Die SVP – so hört man heute – will im BfM (Bundesamt für Migration) aufräumen. Dies, nachdem “ihr” Doppelbundesrat und zugleich Heiliger einiges verbockt hat. Naja, es scheint, dass das rassistische Gedankengut endgültig salonfähig wird in der Schweiz.
Die aktuelle Geschichte hat damit angefangen, dass ca. 10’000 Asylgesuche nicht den Weg in einen Beamten-Kreislauf genommen haben, sondern fein säuberlich einfach weggelegt wurden. Moralisch wäre es zwar nicht besser, aber wären die Gesuche einfach verschwunden, gäbe es zumindest keine Beweise.
Diese Geschichte erinnert mich an einen EX-Chef von mir, etwa vor 20 Jahren, für den ich bereit war, einige Monate zu arbeiten. Gerne hätte ich zwar schon am ersten Tag meine Meinung geändert, aber damals lebte ich noch nach dem Gedanken: Versprochen ist versprochen.
Schon am ersten Tag meines Einsatzes zeigte er mir den verschlossenen Büroschrank. Darin hatte es viele Bundesordner voll Papier. Er erklärte mir, dass dies die wichtigsten aller Bücher seien, weil hier habe er alle zurückgebuchten Umsätze, wie auch sämtliche (schwarzen) Auszahlungen an Stundenlöhnler – welche er wie die Umsätze seit Jahren an der AHV-/Steuerbehörde vorbeischummelte, fein säuberlich, Fall für Fall abgelegt hat. Auf meinen Einwand, dass ein solches Archiv doch ziemlich verfänglich sei, antwortete er mir: “Solange ich in der Steuerkommission der Gemeinde sitze, kein Problem.”
Nun ja, also jemand hat Wind bekommen von den vergessenen, respektive erst jetzt bearbeiteten Asylgesuchen. Dass es in die Medien kommt, kein Problem. ABER LESEN SIE EINMAL DIE LESERKOMMENTARE DAZU:
Tagesanzeiger: http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Weshalb-die-irakischen-Asylgesuche-im-Keller-des-BFM-verschwanden/story/10235711
Eine von mehreren Geschichten zum Thema.
Blick: http://www.blick.ch/news/politik/10000-asylgesuche-verschlampt-180574
Einmal ganz abgesehen davon, dass uns ein Asylsuchender in, z.B. Damaskus, (Zehn-/Hundert-)Tausende von Franken günstiger kommt, wie ein Asylantragssteller hier in der Schweiz ist es meiner Meinung keine Art, einfach ein Gesuch zu vergessen.
Aber vielleicht haben Sie jetzt auch gelesen, wie einige “rächti Schwiizer” voll hinter einem solchen Vorgehen stehen. Wenn ich solches lese, habe ich immer den Eindruck, dass uns (oder zumindest denen) noch viel zu gut geht, wenn man solchen (sorry) Scheiss als gut/moralisch vertretbar/unterstützenswert lobt.

