… soll ein Händler der UBS in den Sand gesetzt haben. Ist ja weiter nicht so schlimm. (Machen wir aus den Dollar Franken, geht besser zum Rechnen und spielt eigentlich schlussendlich keine Rolle). Macht pro Bewohner der Schweiz nur etwas mehr als CHF 250.– oder pro Mensch auf der Welt lächerliche CHF 0.28. Anderseits wäre es der Jahreslohn von 22’222 Menschen mit einem Bruttoeinkommen von CHF 90’000.– (13 x 6’923.05) oder nochmals anders gesagt, der Jahreslohn jedes 3. Mitarbeiters der UBS hat sich soeben in Luft auf aufgelöst.
Natürlich werden wir Details erfahren, man fühlt sich an die Vorkommnisse von 2008 der französischen Grossbank Société Générale zurückversetzt. Dort konnte ein einziger Börsenhändler € 4.9 Milliarden in den Sand setzen. Anstatt mit den erlaubten € 125 Millionen zu “spielen”, soll er mit bis zu € 50 Milliarden gezockt haben. Ironie des Schicksals war damals, dass seine Geschäfte aufgeflogen war, als er versuchte, einen Gewinn von € 1.4 Milliarden zu verbuchen, respektive zu vertuschen.
Im Jahr 2010 hat sich die Schweiz um etwa CHF 5.6 Milliarden verspekuliert, aus einem budgetierten Verlust des Schweizer Haushaltes von 2 Milliarden wurde ein Gewinn von 3.6 Milliarden. Diese Differenz zum Budget kam aus tausenden von verschiedenen Positionen zustande und begründet sich auf einer ganz anderen Basis als (Spekulations-)Gewinne oder Verluste einer Bank. So ist es im Voraus relativ schwierig die Einnahmen zu definieren, ganz abgesehen von den unmöglich vielen Kostenpositionen, die höchstens bei den Lohn- und Beitragskosten einigermassen exakt errechnet werden können.
Zurück zur UBS – natürlich wird ein einzelner Händler Schuld sein müssen, wobei dieser noch Glück hat, verdiente er wohl nicht nur die € 2’300 pro Monat, wie der französische Zocker K. Und wenn er Glück hat, wird ihm seine Verspekulierung schlussendlich noch vergoldet – damit bankinterne “Fehler” nicht an die Öffentlichkeit gelangen und einen weitaus höheren Vertrauensabfluss in die ganze UBS mit sich ziehen. Dabei dürfen wir uns aber nicht der Illusion hingeben, dass dort, wo unverschämte Gewinne erwirtschaftet werden können, nicht auch sagenhafte Verluste entstehen können. Bester Beweis sind hier Rohölhandelsfirmen (und andere “veredelnde” Handelsfirmen), welche einerseits mit spekulativen Geschäften sehr viel verdienen können, anderseits bei falscher Markteinschätzung auch hunderte von Millionen ans Bein streichen müssen.
Wenn nun der Anleger das Vertrauen in die UBS verliert und die Aktien kurzfristig von 10.93 (Schlusskurs gestern) auf 10.14 (09.02 Uhr) fielen, ist dies ein reiner Spekulationssturz, der sich bis um 09.54 Uhr beinahe zur Hälfte wieder aufgefangen hatte. (10.42).
Machen wir uns nichts vor – wir sind alles Laien, nicht nur bei den Bankgeschäften, wie sonst könnten wir es zulassen, dass “unsere aller Bank”, die SNB (die zwar nicht Pleite gehen kann – aber unseren Wohlstand “definiert”) letztes Jahr einen Währungsverlust von 26 Milliarden, einen Gesamtverlust von 21 Milliarden und eine neue Eigenverschuldung (vereinfacht: Geld gedruckt) von 120 Milliarden (zu 27 Milliarden 2009) hatte? Dieses Jahr wird sich der “Supergau” der Schweizer Nationalbank fortsetzen, konnte sie doch bis Mitte Jahr nicht einmal auf Gold einen Währungsgewinn verzeichnen (fallender Dollarkurs). Zudem haben sich die Währungsverluste wiederum auf knapp 10 Milliarden (1 € = 1.2196 CHF am 30.6) angehäuft, womit das Halbjahresergebnis knapp 4 x schlechter ausfiel, als im Jahr 2010. Geschönigt – aber schlussendlich nicht verbessert, wird das Ergebnis, wenn die SNB nun einen Mindestkurs von 1.20 zum Euro definiert hat (damit beschränkt man seinen eigenen Währungsverlust auf dem Niveau von etwa dem 30. Juni 2011 – beim Dollar resultiert sogar ein aktueller Währungsgewinn). Letztes Jahr bilanzierte die SNB eine Zunahme von Fremdwährung von 109 Milliarden ohne dabei den Wechselkurs €:CHF wesentlich zu beeinflussen – jetzt, wo die SNB aktiv am Markt den Wechselkurs definiert dürfte sich das Fremdwährungsguthaben massiv ausweiten – und so wie die finanzwirtschftlichen Tendenzen in Europa sind per Ende Jahr (beim weiterhin künstlich hochgehaltenen Kurs von mindestens CHF 1.20) auch massiv überbewertet sein.
Vor diesem Hintergrund könnten wir diesen Herbst 246 Blochers wählen und 7 SVP Bundesräte bestimmen – die Gefahr, dass wir uns politisch das Genick brechen würden, wäre immer noch kleiner, wie dass die Finanzspiele der SNB schadlos an uns vorbei geht. Wobei zweites bereits nicht mehr der Fall sein kann – durch den künstlichen Wechselkurs (und teurerem Euro/Dollar/Pfund) bezahlen wir (die Gesamtheit der Bevölkerung in der Schweiz) zuviel, um ein paar (in Relation zur Gesamtbevölkerung) exportorientierte Jobs und Firmen die Wirtschaftlichkeit und einen Gewinn zu erhalten. Dafür ist die Gefahr durch die aktuelle (globale) Wirtschaftssituation in eine Inflation zu rutschen berechenbarer – eine Stagnation des globalen Wirtschaftswachstums führt tendenziell zu günstigeren Preisen bei Rohstoffen und Gütern, womit einer drohenden Inflation entgegengewirkt werden kann.
Womit am Ende nur noch die Frage bleibt, was zuerst kommt – der definitive globale Zusammenbruch des aktuellen Finanz- und Wirtschaftskreislaufes – oder die Kapitulation der SNB an der Realwirtschaft.



4 Kommentare
Ich täte mich huere ärgern, wenn das meine 2 Milliarden gewesen wären, die da weggekommen sind! Wobei weg sind die ja nicht, sie gehören jetzt bloss jemand anderem…
liebe Grüsse vom Muger
Ich denke einmal, die grübeln auch im VR, wieso Sie es nicht fertig bringen, sich mal aus den Schlagzeilen zu halten. Wobei für einen kurzen Augenblick habe ich davon geträumt, dass ein Teil des Geldes auf nicht verfolgbaren Pfaden auf meinem Konto gelandet wären…
Aber dem war nicht so.
Grüss Dich auch, Muger
Der Kerl bekommt dieses Jahr bestimmt kein Weihnachtsgeld…
… oder vielleicht einen grossen Batzen Schweige-/Schuldübernahme-Geld?