Schwein gehabt?

Schweinepreis im Vergleich. Quelle agrigate.ch

Was haben der Tourismus und die Schweinefleisch Produzenten gemeinsam? Mehr, als man gemeinhin denkt. Beide haben unter dem bis anhin zu kalten, vor allem aber viel zu nassen Sommer gehörig gelitten. Denn wo bei schlechtem Wetter Bergbahnen leer und Hotelbetten kalt bleiben, wird auch kein Grill eingefeuert. Und dabei erlebt normalerweise der Absatz von Schweinefleisch während der Grillzeit seine Hochsaison. Das hat ein Überangebot an Schweinefleisch zur Folge, was wiederum dafür sorgt, dass die Preise dafür nicht nur einen Monat früher als üblich, sondern auch noch überproportional gesunken sind. Für die Landwirte und natürlich insbesondere für Betriebe, die auf die Schweinemast setzen, bringt das grosse Probleme mit sich. Um wieder ein Marktgleichgewicht herzustellen und den Absatz von Schweinefleisch zu fördern, unterstützt Coop die Landwirtschaft in dieser schwierigen Situation mit attraktiven Preisnachlässen. Diese Woche beispielsweise mit einer 50-Prozent -Aktion auf Coop-Halskoteletts. Übrigens: Falls der Sommer definitiv in den Ausstand tritt und der Grill kalt bleibt, wird eben der Schmortopf auf den Plan gerufen: Nächste Woche gibts dann die passende Einlage dazu zu einem unschlagbaren Superpreis.
Marc Muntwyler
Marketingverantwortlicher
für Fleisch bei Coop // Quelle: coopzeitung.ch/CoopZeitung

Natürlich könnte sich der Konsument nun fragen, wieso denn nur die Schweinskoteletten günstiger, respektive eine Woche in Aktion sind – ist doch das Schwein als solches günstiger. Dazu zählen Filet/Schinken/Braten/Kotelett/Haxen/Speck usw.

Auch könnte man sich fragen, wie aus den Fr. 3.20/kg Fr. 54.– für das Schweinsfilet werden oder wieso Coop sich nicht dazu entschliesst, den Schweinemästern einen Minimalpreis von sFr. 4.–/kg SG zu offerieren. Oder wieso es unzählige Tonnen von Schweinefleisch in verschiedensten Kühlhäusern eingelagert hat, so dass mittlerweile z.B. Cervelats seit zwei Jahren dauernd in irgend einer Art und Weise zu 50% erhältlich sind.  Speck wird ebenfalls immer wieder verramscht und auch sonst findet man immer wieder die 50-Prozent Aktionen.

Natürlich könnte man sich auch fragen, ob nicht grundsätzlich ein Missverhältnis zwischen Einkaufspreis und Verkaufspreis besteht. Oder die Bauern bei den Schweinen etwa gleich produzieren, wie bei der Milch – Hauptsache (zu) viel.

Wie auch immer – auch hier kommen die Grossverteiler nicht primär dem Konsumenten entgegen – sondern verramschen nur das Notwendige, welches auch in ihren Kühlhäusern raus muss. Und ja, gleich läuft es bei der Migros.

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