Migros, Coop, die Million und ich

Ok, die Million und mich hier einzubeziehen ist vielleicht ein bisschen übertrieben – werde ich doch die Million sicherlich nicht gewinnen – auch weil ich nicht ein Coop-Mensch bin.

Allerdings frage ich mich langsam, was unsere Gross-Detaillisten noch so alles auf Lager haben, nach all den Manien mit dem vorläufigen (Unsinn-) Höhepunkt der Nanos, die etwa so nachhaltig gesammelt wurden, wie wenn es schon bald keine Spielzeuge mehr geben würde. Coop anderseits scheint mit seinen Trophys auch langsam am Ende der Weisheit angelangt zu sein und vor allem den Kaufentscheid der Kinder völlig zu ignorieren.

Das ist beim neusten Coup der Coop nicht anders – die Kinder werden rechts liegen gelassen, dafür greift man frontal auf des Konsumentens Lieblingsgadet zu – dem Portemonnaie und könnte sich damit in den nächsten knapp 3 Wochen tatsächlich einen Wettbewerbsvorteil erschaffen. Wann hat Ihnen das letzte Mal ein “Lade” 1’000’000 Schweizer Franken versprochen.  Hat es das überhaupt schon je gegeben? Und der Einsatz ist dabei “nur” 20 Franken. (Um dem Lotteriegesetz gerecht zu werden, kann man im Internet auch gratis mitspielen und 1x einen Gratis-Code anfordern).

OK, statistisch gesehen stehen die Chancen auf den Hauptgewinn nicht wirklich gut, beim Lotto liegt die Chance auf einen 6-er bei etwa 1:8’000’000, beim Coop-Millionenspiel schätzungsweise um das 10-fache tiefer. Dies würde voraussetzen, dass ca. 800’000 Teilnahmen von verschiedenen Personen getätigt werden würden.  Nehmen nur 400’000 Personen teil mit je zwei Tipps, wäre die Chance auf den einen Zettel immer noch 1:800’000, aber bei den Personen bei 1:400’000 – ohne Experte zu sein, schätze ich einmal, dass etwa eine halbe Million Menschen dazu bewegt werden können, einen oder mehrere Chancen wahrzunehmen.

Damit wäre die Chance, beim Swisslos-Millionenlos eine Million zu gewinnen etwa 6 Mal höher! Allerdings muss man dort auch 100 Franken einsetzen. – Obligatorischer Beisatz: Diese Angaben sind ohne Gewähr und können von den tatsächlichen Chancen abweichen.

Zwei Sachen sind mir aufgefallen beim näheren Studium:

  1. Beim Einkauf ist kein Limit von Teilnahmemöglichkeiten angegeben, aber ein Mindestbetrag. Im Internet, respektive eine Gratis-Teilnahme, ist nur 1x möglich, damit ist – wie bei solchen Lotteriespielen üblich – die Chancengleichheit von bezahlten und unbezahlten Teilnahmen nicht gegeben – es kann gut sein, dass Coop sich damit auf Glatteis wagt. (Im Normalfall ist es etwa so, dass pro Anfrage nur 1 Code angegeben wird, aber (unendlich) viele Anfragen gemacht werden können).
  2. In den Teilnahmebedingungen steht, dass Coop das Spiel verlängern kann. Das kann vieles heissen, könnte aber zwei Sachen bedeuten a). Bei nicht genügend Teilnahmen wird verlängert, bis Coop den “Mehrumsatz” generiert hat, um die Million zu finanzieren und b). dass das Spiel so stark eingeschlagen hat, dass man gut und gerne noch 1 – 2 Wochen (z.B. bis Ostern) anhängt, um weiterhin Mehrverkäufe zu generieren – dies könnte unter dem Motto laufen: Verlängert – mehr Chancen… Was aber in jedem Fall nur bedingt stimmt, da so oder so nur eine beschränkte Anzahl von Menschen teilnehmen wird, dafür mehr Teilnahmen sind, wären diese linear, blieben die Chancen so oder so gleich. (Erklärung 2 Personen geben je einen Code ein, die Chance, dass Person X (und nicht Y) den Preis gewinnt, ist 1:2 oder 50 %; Wenn 2 Personen je 20 Codes eingeben ist die Chance, dass Person X (und nicht Y) den Preis gewinnt noch immer bei 1:2 oder bei 50%)

Habe ich etwas gesagt von nicht teilnehmen… Also so ein Audi Cabrio A3 wäre schon nicht schlecht… mal schauen ob ich dem Konsumlockruf wiederstehen kann?

PS: Vielleicht kommt aber die Migros nach den Ostern mit dem grossen 5 – Millionenspiel. (Oder auf jeden Fall 2 Millionen) Das ist schon fast so sicher, wie das Amen in der Kirche, wenn die Migros nur 1 % weniger Umsatz macht in dieser Zeit.

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