Genau zu dem Zeitpunkt, als ich mich in Gedanken bereits damit abgefunden habe, dass die neue Babypause von Mona Vetsch wohl ewigs dauern wird, hat sie zurückgefunden an das DRS3 Mikrofon. Ich stehe etwa um den Faktor 10 lieber auf, höre ich ihre Stimme. Nun, schon bald wird damit wohl endgültig Schluss sein.
Um bei DRS3 zu bleiben, die Meret Boxler soll sich momentan auf einer Stage in einem Regionaljournal rumtreiben - leider zum Glück lesen keine DRS1 HörerInnen meinen Blog, sonst wäre mir längst zugetragen worden, in welche Region ich reisen müsste, hätte ich dann Sehnsucht. Dafür hat der Mario Torriani einen Sprung in die Teppichetage bei DRS3 geschafft – er ersetzt dort den legendären FM als Leiter Moderation. Die Leitung Moderation ist gemäss Stellenbeschrieb so etwa die “Zuckerbrot-Peitsche”-Abteilung für Moderatoren – homöopathische Wohlfühlecke würde ich es benennen.
Gehen wir zur Migros – Meine Kaffeemaschinenpartnerin hat ihre Delizio Comfort II Kapselmaschine repariert zurück. Gemäss Arbeitsrapport 12 Minuten Arbeit, ein paar Dichtungsringe und genau dort, wo das Wasser auch bei meiner Maschine rausspritzt, zwei neue Federn. Arbeit plus Verbrauchsmaterial etwa 35.– Franken, dass damit die Preisabschläge nicht kompensiert werden, logsich – also packt man auf die Reparaturkosten noch 84.– IQ-Diagnosekosten drauf, womit man – die Wegwerfgesellschaft fördernd, eigentlich lieber der Annahmestelle gehorcht hätte und für ganz wenig mehr Geld eine nigelnagelneue Comfort II mit immerhin 192 “Gratis”Kapseln erstanden hätte. Jetzt bleibt noch die 2te Stufe der Kundendienst-Testphase – wenn ich meine Kapselmaschine mit einer Kopie der Diagnose abgebe – kann ich mir dann die 84.– Franken sparen?
Ist Ihnen übrigens auch schon aufgefallen, dass man die M-Center- oder Filialleiter die ganze Woche nie sieht, aber am Samstag um 11 Uhr diskutieren sie jeweils breitbeinig mit einem weiteren Mitarbeiter genau vor dem Regal, aus dem Sie sich bedienen möchten, was man verbessern könnte. Notabene bei 10-fach erhöhtem Kundenaufkommen. Obwohl ich gelegentlich auch bei solchen Grossaufkommen mitmache habe ich noch nie einen M-Chef gesehen, der sich dann um die Kundschaft bemühen würde. Noch origineller benehmen sich nur die Migros-Frischlinge in Anzügen, deren einzige Aufgabe besteht (gemäss Beobachtungen) darin, dumm rumzustehen und beim klitzekleinsten Problem ihr Schnurlostelefon zu zücken. Dafür besteht jetzt die Regelung, dass auch ganz vorne im Gestell die (zum Beispiel) Chipstüten mindestens 3-fach übereinander gestapelt liegen. – Haben Sie auch schon müde gelächelt, wenn einem anderen Kunden dann die kunstvoll aufgeschichteten Artikel gleich reihenweise entgegenfielen – und selbst auf den Griff ins Regal verzichtet?
Wie man allgemein weiss, ist für Bauarbeiten und die Beschilderung auf Autobahnen seit einiger Zeit einzig der Bund, respektive das ASTRA, zuständig. Auch dort hat man eine Horde HSG-Absolventen eingestellt, die Flyer verschicken à la “Wir bauen für Sie!” oder “Hey, wir liegen im Zeitplan!” Keiner von denen ist aber je auf einer Baustelle gestanden und hat den haarsträubenden Verkehrssituationen zugeschaut, die sich so tagtäglich auf den Strassen abspielen. Zu einer Zeit, wo die Hälfte aller Fahrzeugführer noch immer nicht vor einem Zebrastreifen anhalten können, wenn ein Fussgänger über die Strasse möchte, erwarten sie intuitiv, dass die Autofahrer wissen, wie sie fahren sollen. Ein Lehrstück dieser Bermuda-Dreiecks-Theorie ist die Autobahnbaustelle rund um die Autobahnverzweigung Blegi. Ein Eldorado für Chaosfanatiker.
Schon bald stimmen wir ja über die Waffeninitiative ab – ob für oder gegen die Initiative – es gibt für beides stichhaltige Argumente. Ich weiss noch nicht, ob ich ja oder nein sagen werde. Einerseits bekennt sich die Schweiz zu einer Milizarmee mit den WKs, womit das System der “Waffe zuhause” eigentlich gegeben ist. Anderseits gibt es keine Taschenmunition mehr und man kann die Waffe auch im Zeughaus abgeben – also ist der Aspekt der “Verteidigungsbereitschaft” irgendwie obsolet. Das Argument “Jeder Tote weniger durch eine Schusswaffe, die nicht zuhause ist, zählt” kann man aber auch nicht ablehnen. Nur, wenn es den Befürwortern der Initiative wirklich darum ginge, dann hätten wir auch keinen Alkohol, kein Fahrzeug und vielleicht sogar kein Messer mehr. Da halte ich mich irgendwie an den Gedanken des Peter Schneider fest, der in der Sonntagszeitungskolumne in etwa schrieb: Sich vor eine Lok zu werfen ist moralisch verwerflicher und dass keine Waffe auf der Welt von sich aus tötet, sondern immer der Mensch, der sie bedient. – In diesem Sinne müsste man – einmal mehr – die Grundwerte unserer Gesellschaft hinterfragen und anstatt die Auswirkungen zu bekämpfen. Die Wurzel des Übels anpacken – und die würde irgendwo bei fehlgeleiteten “Wertvorstellungen” beginnen.
Nachdem bei den ersten Mitmenschen bereits Frühlingsgefühle ausgebrochen sind (logisch, wenn M&C seit dem 1. Januar Tulpen aus Amsterdam verkaufen), beruhigt immerhin der Bucheli mein Wunsch nach ein bisschen mehr Winter – so soll es schon bald wieder schneien und kälter werden. Ich finde – gut so und betrachte dies als positiven Beitrag zum Zeitgeschehen.
Wobei ich gleichzeitig noch eine weitere positive Meldung anfügen könnte. Wenn ich sehe, wieviele Menschen alleine in meiner Wohngemeinde sich freiwillig für die Vorbereitung zur 5. Jahreszeit einsetzen, bin ich nicht nur ein wenig stolz, sondern riesig stolz auf die Gruppe, deren einziges Ziel es ist, während der Fasnachtszeit den Mitmenschen Freude oder Unterhaltung zu bieten mit dem angenehmen Nebeneffekt, dass ein kleiner Teil Schweizer Brauchtum erhalten bleibt. Vielleicht verbunden mit dem kleinen Hinweis, dass man diese Aktivitäten nicht nur mit Mitarbeit unterstützen könnte.
Weil ich mich selbst mit einer bescheidenen Mitarbeit daran beteilige, wird der Blog für eine Weile weniger Beachtung erfahren – weil ganz ehrlich gesagt, keines der oben erwähnten Themen beschäftigt mich mehr als unbedeutende 2 Minuten – da bin ich lieber mitten im Leben.
PS: Mein Vater wird am Mittwoch 75 Jahre alt, bei relativ guter Gesundheit, das freut mich und auch wenn ich wenig dazu beigetragen habe, bin ich stolz darauf. Er feiert mit einer offenen Türe und freut sich sicherlich, das einte oder andere bekannte Gesicht zu sehen.


3 Kommentare
Wir werden auch nach der Geburt ihres zweiten Kindes nicht auf die scharfsinnige Mona Vetsch verzichten müssen, dessen bin ich mir ziemlich sicher. Die zweifache Mutter Caroline Lüchinger ist ja schliesslich auch noch immer bei DRS3 tätig, zu meiner grossen Freude.
Meret Boxler darf ihren Stage bei DRS1 um mindestens weitere 30 Jahre verlängern, damit hätte ich keinerlei Probleme.
So nebenbei: Der heutige sonntägliche Vormittag bei DRS3 stand unter dem Motto: Reeto von Gunten meets wieder einmal Christine Jutz. Verspäteter Verbindungsaufbau nach 7 Uhr, Couvert-Sonntag oder Parkplatz beim Hallenbad – es war wie immer sehr unerwartet und äusserst amüsant! Ja, Reeto ist eben ein ganz grosser Meister!
Ich hoffe es, ich hoffe es – zumindest für mich – dass Mona Vetsch dem Radio erhalten bleibt. Und ja, Caroline Lüchinger macht ihre Sache auch gut.
Vorausgesetzt, dass ich in 30 Jahren nicht DRS1 höre und das Regionaljournal Zürich gesamtschweizerisch ausgestrahlt wird, bin ich gleicher Meinung,
Am Sonntag war ich TILT – und obwohl ich (teilweise) die Gesprächsfetzen am Radio wahrnahm, war es eher ein beruhigendes “döse weiter”. Später, als ich wieder am PC sass, konzentrierte ich mich auf die Arbeit – oder konnte ich mich auf die Arbeit konzentrieren, da etwas Vertrautes den Sonntag begleitete.
Auch ich hoffe auf weitere Sendungen mit Mona Vetsch, wenngleich ich sie hin und wieder (nicht oft) nicht soooo gut finde.
Etwas Vertrautes begleitet uns – das hast Du sehr treffend formuliert! Reeto ist von Beruf Künstler und stets darauf angewiesen, “Käufer” für seine Produkte zu gewinnen, sonst bleibt die Lohntüte mehr oder weniger leer, und das merkt man halt indirekt auch bei seiner Arbeit für DRS3.
Meretli lernt täglich dazu, so hoffe ich zumindest. Ich weiss nicht, ob Rebecca Villiger als Ersatzmoderatorin für Meret Boxler eingesetzt wird; ich blicke da nicht wirklich durch. Jedenfalls vermag mich ihre Moderation auch in keiner Weise zu überzeugen.