Zentralschweiz am Sonntag

… heisst die Zwangssonntagszeitung in der Innerschweiz, sobald man Abonnent ist der (Neue/n) Luzerner, Zuger, Obwaldner, Nidwaldner, Urner oder Schwyzer Zeitung.

Gestern, Sonntag, 26. Dezember 2010 hatten möglicherweise einige der so beglückten Innerschweizer Zeitungsleser Probleme mit der Zuordnung der Zeitung – sie vermuteten, dass sie bereits die Coop-Zeitung in den Händen hielten. Auf jeden Fall könnte man zynischerweise fast behaupten, dass die einzigen Informationen sich auf den sechs (6) Inserateseiten der Coop befanden.

Sechs Seiten Erklärung, dass Coop die Preise von Hunderten von Produkten bereits ab heute Montag, 27. Dezember 2010 senkt, reichlich mit Bildli versehen für den DAK (Dümmster Anzunehmender Konsument). Eingeläutet hat die neuste Preissenkungsrunde ja die Migros mit einer schnöden Pressemitteilung auf den Mittwoch, 29. Dezember Mitte letzter Woche. Gleichentags hatte Coop reagiert, mit einer nicht mehr ganz so schnöden Pressemitteilung und dem “schnelleren” Termin von heute Montag.

Es war auch noch letzte Woche, da meldeten sich Konsumentenforscher zu Wort und erklärten uns, dass unsere beiden Platzhirsche sich einen ruinösen Preiskampf liefern, bei dem es schlussendlich keine Gewinner geben werde und die Qualität der Produkte schlussendlich vom Verkaufspreis beeinflusst werden.

Da bin ich nicht ganz gleicher Meinung – wir sind und werden es auch bleiben – eine HOCHPREISINSEL, auch mit jüngster Preissenkungsrunde.

Persönlich mehr zu denken würde mir, als Chef von Migros und Coop, geben, dass es für knapp einen Drittel der Schweizer Bevölkerung finanziell lukrativ ist (und beachtet man die reine Fahrzeit) oft auch höchstens ebenso lange dauert, über die Grenze zu hüpfen und dort das Geld liegen zu lassen.

Übrigens, einer der erwähnten Konsumentgurus definierte den Preiskampf zuungunsten der Marge und nicht der Qualität, da wir Schweizer Konsumenten ein sehr hohes Qualitätsbewusstsein hätten und die Grossverteiler schnell mit Missachtung bestrafen würden, würden sie an der Qualität schrauben. Wenn man dann aber am Esstisch so sieht und isst, was Qualität sein soll, würde ich gerne das Rad der Zeit um mindestens 20 Jahre zurückdrehen und dafür liebend gerne auf 50 Prozent der heute angebotenen Lebensmittel verzichten.

Randnotiz: Die Innerschweizer Zeitungen gehören zur LZ Medien Holding AG, welche wiederum zu 80% der NZZ Gruppe gehört.

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