dreht sich momentan – und dies trotz einer Erhöhung der Mehrwertsteuer per 1.1.2011, nach unten. Zumindest bei einigen überteuerten Produkten, welche die Konsumtempel lange Zeit zwecks Gewinnoptimierung zu teuer verkauften.
Während die aktuelle Preissenkungsrunde von der Migros eingeläutet wurde und von Coop bravourös aufgenommen und (zumindest werbetechnisch) klar und deutlich überflügelt wird, darf sich der Konsument fragen, ob es wirklich so radikal einhergeht. Werden die Preise bei Coop und Migros wirklich im angekündigten Masse purzeln und sind es wirklich Artikel, bei denen unser Portemonnaie auch etwas spürt?
Coop – scheinbar mit der besseren IT-Abteilung (auch Werbeabteilung, Strategieabteilung und Kommunikationswegen) greift dabei zu einem Mittel, welches Hausfrau und Hausmann zukünftig vor dem wöchentlichen Grosseinkauf erst einmal Online treibt. Hier findet Konsument und Konsumentin zukünftig den Preisbarometer von den erst 500 Produkten, welchen Coop vorerst den Kampf angesagt hat.
Während bei der Migros noch immer “Klein-Anna” Weihnachtslieder trällert, hat Coop in Windeseile eine Übersichtsplattform eingerichtet, bei der man die zukünftige Preisentwicklung ausgewählter Produkte nachschauen kann. Sollte – und daran kann man eigentlich nicht zweifeln, die Transparenz zumindest bei den ausgewählten Produkten gewährleistet sein, so erfahren wir zukünftig nicht nur sofort etwas über weitere Preissenkungen, sondern auch über die – meist im Stillen und Leisen vollzogenen Preiserhöhungen.
So ungern ich es zugeben muss als Migrosholiker (in der Coop finde ich nichts, oder dann garantiert nur das “teurere” Produkt) – während Coop sich dem immer schneller drehenden Konsumverhalten und Marktverhältnissen scheinbar mühelos anpasst, hat die Migros vermutlich soeben die nächsten 1’000 HSG-Absolventen in St. Gallen geordert, um mittels internen Studien und Strategiepapieren, IST-WAR- und WIRD-Zustand zu analysieren und ein Positionspapier für das Jahr 2020 zu erarbeiten.
Was wir davon halten dürfen, wird in etwa so aussehen, dass zukünftig das Weihnachtsgeschäft am 2. August beginnt, der Schokoladenosterhase spätestens am 2. Januar in den Verkaufsregalen auftauchen wird, neben Budget, Classic, Sélection und Premium-Linie (von der man nichts mehr auf der Migros-Homepage findet) mindestens drei weitere Produktelinien kreieren wird. Allen gemein wird sein, dass z.B. das Fleisch noch geschmacksloser daherkommt und beim Braten in der Pfanne einerseits den Bratenjus gleich mitliefert und anderseits auf mindestens 50% Prozent der ursprünglichen Grösse und Gewicht zusammenschrumpfen wird. Wahrscheinlich kann man auch davon ausgehen, dass gemäss den noch geheimen Strategiepapieren jeweils sämtliche Produkte, welche man vor den Gross-Verkaufswochenenden beworben hat, am Montag danach nur noch 50 % Kosten dürfen. (Aktuelles Beispiel – ich habe mich nach der Verfügbarkeit und dem Preis eines Produktes am 22. Dezember 2010 erkundet – Antwort der Migros: Ausverkauft, nicht mehr bestellbar und wird auch nicht mehr in die Filialen geliefert. Am 26. Dezember liest man dann in der Werbebeilage der Sonntagszeitung, dass exakt dieses Produkt jetzt mit einem saftigen Preisnachlass neu in den Regalen sein wird). Dazwischen liegen gerade einmal 2 Verkaufstage und mit an 100 % Wahrscheinlichkeit grenzender Garantie keine neuen Lieferungen. (Zumindest keiner, von der man zu diesem Zeitpunkt nicht schon gewusst hätte).


