Sport ist Mord

Screenshot Online-Medien

Gut, ganz soweit ist es nicht gekommen, aber “Schummel-Schumi” dürfte für den ehemaligen Formel1 Star Michael Schumacher zukünftig noch ein liebenswürdiger Ausdruck sein.

Bei allen, die sein äusserst fragwürdiges Manöver gestern live gesehen haben, dürfte wohl der Atem für eine Weile ausgesetzt haben und wie man auf dem Bild sieht, hat er den überholenden Barrichello auch haarscharf an die Boxenmauer gedrängt – wohlverstanden bei fast 300 km/h.

Natürlich ist Sport immer ein Kampf zwischen (mindestens) zwei Personen, ansonsten wäre ein Wettbewerb sinnlos und man könnte den Gewinner mittels Losentscheides bestimmen. Natürlich ist “Spitzensport” auch immer ein Kampf, welcher oft bis ans Limit geht – an das eigene Limit, wie auch das Limit der Mitsportler.

Ganz am Schluss des Wettkampfes entscheidet aber noch immer die Fairness der Wettkampfteilnehmer (zumindest seit der Abschaffung der Gladiatorenwettkämpfe) – das Quentchen Fairness, sich zu verteidigen, aber innerhalb Grenzen. Sobald man einen Wettkampfgegner nicht mehr “im Zaum” halten kann und absichtlich bedroht, hat Erfolg oder Misserfolg nichts mehr zu tun mit der eigenen Leistung, sondern höchstens mit der Frage, wie wenig Skrupel habe ich gegenüber meinen Mitstreitern. Wem aber der Gegner nichts wert ist, der hat an einem Wettkampf auch nichts verloren.

Auch wenn Schumacher dies “natürlich” alles ganz anders sieht und die FIA den Deutschen im nächsten Rennen nur um 10 Startplätze zurück versetzt, mindestens im eigenen Land und bei Mercedes bröckelt sein Lack schneller wie wenn man seine Fassade sandstrahlen würde.

Zumindest bei Mercedes sollte damit auch möglichst schnell die Erkenntnis reifen, dass man einen Wettkampf nur mit der eigenen Leistung gewinnen (oder erfolgreich beenden) kann und nicht durch das (glücklicherweise noch nicht geschehene) Vernichten des Gegners. In diesem Sinne – lasst den Mann für ein, zwei Rennen zu Hause, die WM kann man eh abschreiben und ein Testfahrer oder Nachwuchsfahrer würde sicher noch lange Mercedes mehr zu Ehre gereichen, wie ein skrupelloser, uneinsichtiger Ex-Star. Wie schreibt z.B. focus.de so treffend:

Allmählich bekommt Mercedes ein Problem mit Michael Schumacher. Innerhalb zweier Wochenenden demonstrierte der siebenfache Weltmeister vor einem Millionenpublikum, dass seine Auffassung von Sportlichkeit kaum der Auffassung von Sportlichkeit des Hauses Mercedes entspricht.

PS: Derweil geht das Formula One Management rigoros gegen praktisch alle auf Youtube erschienenen Videos des Vorfalls vor – ausser einem “seitenverkehrten” und schon fast schon einem “Kuschelvideo” sind aktuell alle gelöscht.

Ähnliche Beiträge

Kommentar schreiben

Ihre E-Mailadresse wird nie publiziert. Diese Felder sind zwingend *

*
*