… zu den Abhörspezialisten des Nachrichtendienstes – die mir in der Causa “Fussball und Politiker” diverse nützliche Informationen lieferten, bin ich natürlich ausführlich informiert über die nicht mehr so geheime Geheimoperation “Seven Dwarfs In The Desert”.
Dabei sollte einerseits herausgefunden werden, welcher Bundesrat am ehesten beim Gaddafi gelassen werden könnte, während die Feld, Wald und Wiesentruppen die Schweizer Geiseln in Libyen befreiten. Anderseits infiltrierte man gleichzeitig die CIA und die Europäische Union und testete deren Reaktion auf eine mögliche Invasion der Schweizer in Libyen, insbesondere die Auswirkungen, wenn die Schweiz plötzlich auch Ölnation werden würde.
Mittlerweile können die Insiderpapiere belegen, dass die so überraschten Staaten derart von der Rolle fielen, dass die zuvor ausgelöste Immobilienkrise in der USA sich zu einer veritablen und weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise ausweitete. Die Angst dieser politischen Schwergewichte vor einer Besetzung der Schweizer strategisch wichtiger Länder erschütterte die fragil aufgeteilten Wirtschaftsmärkte so stark, dass es mittlerweile Jahre braucht, um die Finanz- und Wirtschaftsmärkte in ein einigermassen stabiles Gefüge zurückzuführen.
Erstmals ernsthafte Zweifel an diesem militärischen Befreiungsschlag kamen aber auf, als der damalige Bundespräsident Merz praktisch im Alleingang die Geiseln bei Gaddafi abholte und beinahe schon im Flieger versorgt hatte – es war eine geheimdiensttechnische Meisterleistung die Rückflugsbewilligung rückgängig zu machen und die Geiseln weiter in Libyen zu belassen.
Schliesslich wäre es aus der Sicht der Geheimkommission “Seven Dwarfs in the Desert” tatsächlich peinlich gewesen, wenn auf ein Mal einer der Bundesräte – oder noch schlimmer der Jean Ziegler – mit den Geiseln zurückgekehrt wäre, bevor man nicht zumindest mehrere Probedurchgänge der Geiselbefreiung in der Wüste von Nevada durchgespielt hätte.
Schlussendlich hing die ganze Operation an einem seidenen Faden, wurde aber ersatzlos gestrichen, als die Strategen vollkommen desillusioniert merkten, dass der sonst säbelrasselnde Gaddafi sich mehr und mehr gesprächsbereit zeigte und sogar ein Faible für Leuthard entwickelte – Hoffnung für einen militärischen Schlag flackerten nur noch einmal auf, als sich Calmy-Rey dahingehend äusserte, publikumswirksam die letzte Geisel in Libyen abzuholen.
Folgende – gerüchteweise verbreitete Vermutungen können aber anhand der Strategiepapiere definitiv in das Reich der Hirngespinste abgetan werden.
- Der ägyptische Geschäftsmann Sawiris war Spitzel für die Geheimoperation – das Entgegenkommen von Bundesbern und Uri für die “New Andermatt”-Bauvorhaben entspringen einzig und alleine einer wirtschaftlichen Leichtgläubigkeit.
- Der geheime Bundesratbunker irgendwo im Ogi-Land (genauere Standortangaben finden sich in jedem Telefonbuch) war jederzeit abhörsicher.
- Der Rücktritt von Pascal Couchepin ist definitiv darauf zurückzuführen, dass bei einem Probeflug im Bundesratsflieger der Magistrat selbst sitzend noch eine gebückte Haltung einnehmen musste.
- Ex-Bundesrat Christoph Blocher hätte die interimistische Leitung der Schweiz anerboten, solange die Bundesräte in Libyen weilen. – Er wollte nicht erneut ein zeitlich befristetes Gastspiel in der Regierung geben.
- Die Annektierung des französischen Juras, des Schwarzwaldes und von Oberitalien sei eine Idee der SVP. – Vielmehr waren diese Pläne schon lange ein Teil der Strategiepapiere, um das Ausland von den wahren Absichten der Operation “Seven Dwarfs in the Desert” abzulenken.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass es ein cleverer Schachzug einiger geheimer Kommissionsmitglieder ist, diese Informationen zum jetztigen Zeitpunkt an die Öffentlichkeit zu tragen, da sowohl die BürgerInnen wie auch die Parlamentarier soviel Fussball im Kopf haben, dass sie diese brisanten Neuigkeiten gutmütig ignorieren.

