Meiner Meinung nach viel zulange hat es gedauert, bis man den Dres Balmer wieder einmal im Reisemagazin “Uf u dervo” auf DRS3 zu hören bekam. Heute war es wieder soweit – und was passiert, plötzlich hört man wieder gespannt zu, empfindet die dazwischen gespielte Musik als Störung und wünscht sich inniglich, dass die programmtechnisch verordneten homöophatischen Sprachfetzen von 2-3 Minuten mindestens 10 mal länger dauern könnten. Solange Dres Balmer am Mikrofon ist.
Nichts gegen Peter Walt – er ist die ideale Besetzung für das “Zwiegespräch” mit dem erfahrenen Reisemenschen Dres Balmer – aber nur Dres Balmer schafft es, trotz des für mich unerreichbaren, da an Höhenangst leidend, Reiseziel gespannt zuzuhören. Ich kenne in der Schweiz niemanden, der nur annähernd so spannend einen “simplen” Ausflug schmackhaft machen kann.
Jetzt aber zum Ausflugsziel, welches alles andere als simpel zu erreichen ist. Die Berglihütte, südöstlich des Eigergipfels auf 3299 Meter ist nur mit Bergführern erreichbar, zumindest für den gescheiten Berggänger. Ausgangspunkt der zweitägigen hochalpinen Herausforderung ist Grindelwald oder Lauterbrunnen und die Fahrt auf das Jungfraujoch. Vom “Top of Europe” geht es Richtung Mönchsjochhütte (dem Touri-Pfad fast aller JungfraujochbesucherInnen), dann über Gletscherfirn, mit Steigeisen zum Unteren Mönchsjoch bevor man zur Berglihütte absteigt. Die nicht ganz 3 Stunden hochalpine Erfahrung und ein Bergführer machen es wiederum für geübte BerggängerInnen ebenfalls möglich, dieses Ziel zu erreichen.
Damit man sich nicht wie auf der “Kleinen Scheidegg” vorkommt, dafür sorgt die einfach eingerichtete SAC-Berghütte selbst – 20 Schlafplätze gibt es. Mehr nicht. Wie sagt es Dres Balmer: “Pritsche, Küche, Tisch” – das ist die Berghütte. Entschädigt wird man dafür durch ein Erlebnis in der unvergleichlichen Bergwelt – weg von der Zivilisation. Und wer dies, wie ich, kennt, weiss, dass das Leben weitaus mehr zu bieten hat, als man gemeinhin annimmt. Wer sich dafür interessiert, hier sind die Reiseinformationen von DRS3 und von Dres Balmer.
Dres Balmer (geboren 1949), ehemaliger Lehrer und Delegierter für das IKRK ist Author und Reisejournalist. “Querpass”, ein Veloreiseführer vom Bodensee zum Genfersee - “Wanderziel Hütte”, ein Kulturführer zu 50 SAC-Hütten oder “Veloland Schweiz Highlights”, 21 ausgewählte Routen, sind Werke des Schweizer Reisejournalisten.


2 Kommentare
Geschmäcker sind verschieden, aber manchmal auch total gleich.
Uf u derfo schafft es selten, mich zu begeistern.
Dres Balmer mag ja mit seinem Grindelwaldner Dialekt ganz sympatisch rüber zu kommen, doch der Beitragsinhalt passt locker auf 15 Minuten, wird halt einfach auf eineinhalb Stunden breitgewalzt. So erfahre ich, dass die Berglihütte im Dialekt Bärglihütte heisst und mal auf 3299müM, dann aufgerundet auf 3300müM liegt, Grindelwald aber abgerundet auf 1000müM. Leider kann ich mich nicht über eine Stunde lang dafür begeistern, wenn gleiche Teile der Geschichte nach den Musikeinspielungen einfach wiederholt werden.
Egal, gelandet bin ich hier aber durch das Stichwort Boxler. Und da sind “wir” uns ja total einig, Frau Göpferli (Herrlich!) ist einfach nervig. “Gschpüüretrs ää? Möchet emal zFänschteruuf. Schmöcketrs ää?” …rhabarberhabarber…
Das waren noch Zeiten, als FM Francois Mürner (Hello, I am Mr. Ed) oder Dänu Bömle (der leider viel zu früh gehen musste) den amtlich bewilligten Störsender belebten.
Ok, das “JederRappenZählt” Trio Hartmann, Torriani, Wernli ist durchaus hörbar und Sonntags schafft es Reeto (RvG) mit seiner queeeren Moderation und Sunntigsmusik den Radio-Einheitsbrei DRS3CAPITALFMENERGY etwas aufzurütteln.
Und fast hätte ich es vergessen:
Keine beschreibt einen Sonnenaufgang mit treffenderen Worten als Moschtindie Lady Mona Vetsch!
Ich möchte fast sagen, da sind wir eigentlich – was DRS 3 betrifft – auf genau gleicher Ebene. Denn meine “Kritik” an den homöophatischen 2-3 Minuten Schnipsel zielte eigentlich genau darauf hin, dass alle 15 Minuten eine Zusammenfassung erfolgte (durch Peter Walt), was bis jetzt geschah und noch geschehen wird und dann lässt man den Dres Balmer noch 60 Sekunden plaudern.
OK, so habe ich es nicht ausgedrückt – aber gemeint. Diese Einschub-Zusammenfassungen haben (meiner Meinung nach) in letzter Zeit wirklich Überhand genommen – nur hör ich dem Dres Balmer eben noch immer gerne zu.
Als DRS3-Kind (für die DRS3-Kleber bin ich noch durch die halbe Schweiz gereist) erinnere ich mich auch gerne an früher und bin DRS3 seit der Geburtsstunde immer treu gewesen – mitunter auch, weil ich beim Medium Radio allergisch auf Werbung bin. OK, auch da muss man mittlerweile Zugeständnisse machen, aber nicht so starke, wie bei den Privatradiosender.