
Schlussbericht vom 30.4. der CS-Aktie - Eine(r) wollte wohl weltberühmt werden. Der Handel von 1 Aktie verursacht gemeinhin mehr Kosten als die Aktie wert ist.
Die Aktionäre haben es, wie die Staaten, verpasst, den Banken den Meister zu zeigen. Erst waren es die unzähligen Hiobsbotschaften, welche die Staaten, die Aktionäre und auch den Rest der Wirtschaft lähmten.
Dann blutete einerseits der Aktionär mit massiv tieferen Kursen “seiner” Bankaktie und anderseits der Staat mit massiv geringeren Steuereinnahmen und Stützungsprogrammen der Wirtschaft.
Und was haben die daran beteiligten gelernt? Nichts, um es noch positiv auszudrücken.
Der Konsument – eh das vermeintlich schwächste Glied in diesem Monopoly – akzeptiert weiterhin wie Banken (und dabei handelt es sich bei weitem nicht nur um die Grossbanken) und der Rest der Wirtschaft auf seiner Nase rumtrampelt. Glücklich sind diejenigen, welche bei ihrer Kontoführung Ende Jahr nicht ein ganzes A4 Blatt voller “Spesen” und Abzüge ausgewiesen bekommen (Das wäre etwa, wie der Bäcker zum verkauften Brot zusätzlich die Verkaufsberatungsgebühr, die Einwickelpapier-, die Bäckeraufstehzeits-, die vorgezogene Altbrotmahl- und Ladenparkplatzgebühr noch gesondert aufschlagen würde). Dem Konsumenten ist es “scheissegal”, dass er links, rechts und auch in der Mitte für Alles ein bisschen zuviel bezahlt. Schliesslich schläft der Konsument nur ruhig, wenn Ende Jahr die Banken, Pharmakonzerne, Mischkonzerne (wie z.B. Nestlé, Unilever, Kraft Food usw.), Erdölgesellschaften oder unsere geliebten Migros und Coop neue Höchstgewinne ausweisen. Der Mittelstand (solange es den noch gibt) hats ja, deswegen sind ja auch schon eine erschreckende Anzahl von MitbürgerInnen nicht mehr in der Lage, z.B. für die Krankenkassenkosten alleine aufzukommen. Gemäss einem älteren Bericht der NZZ kamen im Jahr 2007 39 Prozent aller Schweizer Haushalte in den Genuss einer Prämienverbilligung, in 5 Kantonen waren es damals schon mehr als 50 Prozent der Haushalte – Tendenz stark steigend. Die Prämienverbilligungen kosten den Staat aktuell mehr als den Bund die Landwirtschaft oder etwa gleich viel, wie das Militär. Im “reichen” Kanton Zug kamen 2009 rund 27’600 (von 114’700) Menschen zu einer Prämienverbilligung. Würden sich diese Menschen schweizweit auf die Hinterbeine stellen, anstatt sich zuhause einzuigeln, käme eine geballte Ladung an Konsumentenmacht hervor – die wir nicht zu nutzen wissen.
Der Aktionär, welcher gemeinhin nichts mit dem prämiensubventionierten Konsumenten zu tun hat, hätte es anderseits in der Hand, “seinem” Unternehmen wieder einmal ein bisschen Morales beizubringen. Als Aktionär ist er nämlich (Teil-) Besitzer eines Unternehmens und nicht nur Sandwich-GV-Esser und Kopfnicker. Der Aktionär hätte eigentlich die Basisaufgabe, zu schauen, dass das Unternehmen am Optimalsten für sein investiertes Geld arbeitet. Wäre der Aktionär ein kluger Investor, würde er einerseits gegen exorbitante Manager- oder GL-Löhne vorgehen (da diese seinem Verdienst abgehen), wie auch gegen eine aggressive Wachstumsstrategie. Der kluge Aktionär wüsste eigentlich, dass ihm eine moderate Gewinnmitnahme auf die Dauer mehr bringt, als eine unkontrollierte Gewinnsteigerung, welche meist früher oder später zum Platzen der Seifenblase führt und dann nicht nur den Geldgeber (Aktionär) mit in die Tiefe reisst. Der kluge Aktionär wüsste auch, dass jeder Mensch ersetzbar ist, womit Löhne und Prämien von 20, 50 oder sogar 100 Millionen für einen einzigen Menschen absolut jenseits von Gut und Bös liegen würden. So wertvoll kann die Leistung eines einzelnen Menschen gar nicht sein, denn einerseits ist ein Mensch kein Mensch und anderseits ist der entscheidende Faktor immer das schwächste Rädchen und nicht der Mann an der Spitze. Und die Mehrverantwortung des Menschen an der Spitze wird ja meist bereits mit einem (viel) höheren Lohn abgegolten.
Vielleicht tbc (to be continued)

