Vermutlich denken einige, dass “man” etwas bewirkt hat, wenn man an der GV der alten UBS-Garde die Dechargé (persönliche Entlastung der Verantwortung) nicht gewährt hat. Es ist gut möglich, dass das zwar ein historisches Ereignis war – aber die Infusion an Moralin zurück zum anständigen Banker ist dabei noch soweit entfernt, wie die Erde vom Mars.
Also kann man ebenso gut wieder sein Geld zurück zur UBS tragen. Dazu gibt es mehrere Gründe:
- Die UBS erwirtschaftet ebenfalls wieder “unverschämte” Quartalsgewinne und reiht sich damit in den Riegen der Banken ein, welche die Banken- und Wirtschaftskrise halbwegs überlebt haben.
- Alternativen in der Schweiz, wie die CS als Grossbank, benehmen sich keinen Deut besser und Kleinbanken (Kantonalbanken, Raiffeisenbanken) sind mit Geld überschwemmt worden, dass diese Banken (ohne überhöhtes Risiko) auch nicht mehr sinnvoll anlegen können – etwa nach dem Grundsatz: “Zu klein um etwas zu bewegen – zu gross natürlich auch zu klein um effizient zu wirtschaften.”
- Die UBS – im Fokus der (nationalen) Wirtschaft und Politik, wird sich bemühen, möglichst viel korrekt zu tun.
- Als globale Bank hat die UBS den gleichen Vorteil wie alle anderen Grossbanken – die Regierungen dieser Welt werden sich hüten, eine der überlebenden Banken allzuhart anzufassen. Zuviel Geld ist im Spiel – Geld auf welches praktisch jeder Staat im Geschäftsbereich der Banken mittlerweile dringendst angewiesen ist. Nur eine gesunde, gewinnerwirtschaftende Bank spült den Staaten Geld in die gebeutelten Kassen. (Dies mag kurzfristig gedacht und “moralisch” mehr als unkorrekt sein, ist aber halt in unserem Wirtschaftssystem so.)
- Die UBS wird in den nächsten Jahren sich darum bemühen müssen, den Investoren (Anlegern/Aktionären) einen Grund zu liefern, wieder zu vertrauen.
Natürlich gäbe es noch viele weitere Gründe, anderseits hat sich das ganze Wirtschaftssystem in keiner Art und Weise geändert, höchstens einmal einen Verschnaufer oder Stolperer geleistet. Summa summarum bleibt die UBS in der weltweiten Bankenlandschaft aber ein Schwergewicht und daher ein relativ sicherer Wert.
Kurzfristige (hohe) Kursgewinne sind zwar bei richtigem Einstieg und entsprechendem Verhalten (man bedenke, dass die UBS-Aktie vor etwas mehr als einem Jahr etwa halb soviel wert war) durchaus machbar – anderseits sollte man, bei einem Aktienkauf der UBS seine Strategie eher langfristig ausrichten. Wie es immer wieder gesagt wird, in Aktien (wie auch andere Vehikel) sollte man als Nicht-Börsenfachkraft nur investieren, wenn man nicht unter Druck geraten kann mit dem Verkaufszeitpunkt.
Ob Sie UBS-Aktien bei der UBS selbst kaufen oder bei einer anderen Bank richtet sich daran, wieviel Sie bereit sind, zu investieren und als nicht unwesentlichen Aspekt, wieviel Sie bereit sind, als Kommission wieder dem Bankinstitut abzuliefern. Eine nicht ganz faire, aber in der heutigen Zeit durchaus legitime Variante bleibt hier die “Beratung”. Lassen Sie sich einen Aktienkauf von der Bank ihres Vertrauens bis ins kleinste Detail durchrechnen (Gebühren/Depot/fällige Kommissionen), bevor Sie sich auf die Suche machen nach dem kostengünstigsten (seriösen) Angebot. Ein paar Prozentpunkte weniger Kosten mag zwar nach wenig tönen – schlussendlich liegt aber genau dort auch ein Aspekt, ob eine Bank auf Ihre Kosten Gewinn erwirtschaftet, oder zusammen mit Ihnen.
t.b.c.


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