Eigentlich wohne ich ja fast auf dem Lande – des Nachbars Kühe bambeln im Sommer mit ihren Glocken, der Wald bildet das Heim für wilde Vierbeiner und die Spatzen nisten in meinen Storenkästen (ich habe es aufgegeben, sie vertreiben zu wollen).
Wenn ich zum Fenster rausschaue, wird die Strasse aufgerissen, um dort Güllenrohre zu verlegen. – Ja, richtig gehört – unsere Gemeinde verlegt insgesamt fast 10 km Güllenrohre um stinkende Gülle zu unstinkendem Biodünger zu verarbeiten und dabei Fernwärme zu produzieren.
Wenn ich also von zuhause wegfahre, muss ich die erste Baustelle umkurven, nur um an der Hauptstrasse wieder von einer neuen Baustelle gestoppt zu werden (Strassensanierung). Fahre ich nach Steinhausen, werde ich gebremst durch die massiven Strassenbauarbeiten auf der Autobahn, rund um die nostalgische Blegikurve. Fahre ich nach Rotkreuz, erlebe ich dort die nie enden wollende Bauerei an der Autobahnein-/ausfahrt.
Nun war ich ja in den letzten Tagen in den verschiedensten Landesteilen der Schweiz und kann mit Fug und Recht behaupten, überall wird gebaut – unendlich viele Autobahnkilometer, Hauptstrassenkilometer.
Irgendwie entstand der Eindruck, dass wir ein Land der (Strassen-) Baustellen sind. Einzig die vielen Bauarbeiter, die diese Baustellen eigentlich benötigen würden – die habe ich nicht wirklich gesehen. So wird wohl dafür gesorgt, dass diese Baustellen uns noch möglichst lange erhalten bleiben und bei Fertigstellung bereits wieder saniert werden dürfen.

