Freuden einer Fotografin

Aus dieser Serie stammt das Bild

Sie fotografieren und veröffentlichen ein paar Fotos auf flickr. Ihre eigene Homepage liegt seit Jahren auf dem Eis, weil einerseits der Schreiber erst einen Entwurf abgeliefert hat und anderseits soviel in ihrem Leben los ist, dass Sie sich nicht um solche Sachen kümmern will.

Auch ist Ihr erklärtes Ziel das Fotografieren – das “Erarbeiten” von Fotogalerien usw auf einer eigenen Website ein Gräuel.

Und eines Tages erhalten Sie Anfragen, ob Sie bereit seinen, Bilder zu verkaufen. Als nichtkommerzielle Fotografin machen Sie fast in die Hose, da dies vielleicht Ihr geheimster Traum war, aber mindestens soweit von der Realität entfernt, wie der Mond von der Erde.

Nebenstehendes Bild (hier stark verkleinert und (extra) in miserabler Qualität – ich will Ihnen ja nicht die Lust nehmen, das “Original” zu suchen) hat es zur Anfrage geschafft.

OK, jetzt gibt es noch ein kleines Geheimnis im Zusammenhang mit diesem Bild, aber darüber werden sich alle ausschweigen – ein bisschen Freude habe aber auch ich. In doppelter, dreifacher oder unendlicher Hinsicht. Und darüber darf ich wieder schreiben. Vor einigen Jahren lernte ich einen Menschen kennen, welcher mit 40 Jahren irgendwie festgefahren war im täglichen Leben. Um diesem Menschen neben der Familie, dem Haushalten, dem Teilzeitjob und der öden Alltagsroutine noch eine neue, persönliche, vollkommen eigene Aufgabe hinzuzufügen (Hobby), warf ich mich dem Menschen an die Brust, erkannte ich die Möglichkeit, das Thema Fotografie ein bisschen auszureizen, da hunderte von (Kinder-)Fotos vorhanden waren – darunter einige, die gewisse Ansätze vermuten liessen.

Was jetzt folgte, war ein noch nicht zu Ende geführter “Kampf” weg von der  2.50 Franken Schnappschusskamera hin zur ersten (besseren) Digitalkamera und weiter zur digitalen Spiegelreflexkamera. Ich für mich hatte meine Digicam – aber mir war auch klar, dass ich zwar oft und gerne die Sujets sah – aber keinerlei Begabung (relativiert sich auch ein bisschen) habe, diese Sujets auch einzufangen. Also lag es ziemlich nah, dass bei gemeinsamen Fotosafaris ich diesen Menschen zu meinem Auge machen wollte. Wobei es ein Spiel ist zwischen herausfordern und selber entdecken, Zucker und Peitsche, gut und schlecht. So stellte ich diesem Menschen flickr vor, so animierte ich diesen Menschen am Coop Fotowettbewerb jeweils teilzunehmen und so schimpfte ich hin und wieder (zu hell, zu dunkel, falsches Zentrum, unscharf, ungeduldig) um am nächsten Tag zu loben. Unvergessen bleibt mir eine der ersten Coop-Fotowettbewerb Aufgaben zum Thema ROT. Auf die Frage, was kann man speziell machen erwähnte ich unter anderem Chilischoten, Kontraste, rot, weiss, schwarz, Milch usw. Schon wenige Tage später durfte ich wunderbare Fotos bewundern, genau nach meinen unausgesprochenen Anweisungen gefertigt – ich war einfach nur stolz. Es hat zwar zu keinem Preis gereicht, aber meine Fotografin hat definitv Lunte gerochen und der Mut selbstgestellte Aufgaben umzusetzen hat wohl dort gezündet. Ich weiss nicht, wieviele Fotos wir geschossen haben (auf meinem Computer sind sicherlich 10’000 gespeichert). Viele Dinge gehen fast chronisch schief (Bildhorizont), bei anderen Fotos hängt mir einfach nur noch der Kiefer runter (vor staunen).

Natürlich muss man all dies im richtigen Zusammenhang sehen – wir woll(t)en einfach als Privatpersonen gute Fotos machen und mit der Zeit diese auch besser machen. Der letzte Coup macht mich irgendwie besonders stolz, weil ich es (endlich) geschafft habe, ihr das ungeliebte Zoom ein bisschen schmackhafter zu machen und dies (da jubelt mein Herz) insbesonders, um Gesten und Mimik von Menschen einzufangen. Waren es an der Luzerner Tagwach noch Masken mit dem normalen Objektiv, waren es 10 Tage später in Brugg bereits Gesichter mit dem Zoom.

Meine Marmotta1 macht das gut und ich bin stolz, wie sie “on the job” (Theorie ist nicht ihr Ding) immer wieder zu verblüffen mag.

Übrigens auch hier – sollte ein überaus grosszügiger Mensch diese Zeilen lesen – ein 300mm oder 500mm Zoom passend zu einer Nikon D60 (da müsste man auch schon bald an ein “Upgrade” denken) sprengt noch den finanziellen Rahmen. Dieses Zoom wäre vor allem für Tierfotografie in freier Natur und Landschaftsaufnahmen gewünscht.

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2 Kommentare

  1. Monica
    Geschrieben 23. Februar 2010 um 21:59 | Permalink

    Ohh, du meine Güte!! So ein riesen Artikel. Das berührt mich. Vielen 1000 Dank für so viel Lob und Anerkennung.

    Wo soll ich nun beginnen? Ich bin nicht der Mensch, der sich gut in Worten ausdrücken kann, ich sag es lieber in Bildern. (da ergänzen wir uns wunderbar)

    Nun, in der Tat hat es mich heute fast aus den Socken gehauen. Hab ich dir vor zwei Wochen nicht noch gesagt, wie hammermässig ich es fände, wenn irgendjemand mal ein Foto von mir kaufen würde? Ja, und heute Morgen hab ich dann tatsächlich so eine Kaufanfrage bekommen. Ich freuen mich, ich freue mich sehr und wir werden sehen ob schlussendlich etwas daraus wird. Wenn ja, ist das wunderbar, wenn nicht, dann freue ich mich trotzdem und bin stolz, dass aus den vielen Millionen Bildern die existieren, genau dieses eine auf meinem Flickraccount gefunden und ausgesucht wurde.
    Fotografieren ist und bleibt ein Hobby, meine Leidenschaft, die ich dank dir wieder neu entdeckt habe. Durch dich hat das Feuer wieder zu brennen angefangen.
    Du ermunterst mich immer wieder, neues zu probieren, nicht aufzugeben wenns mal nicht klappt, ruhiger an die Motive ranzugehen ( was für mich als Zappelphilipp nicht immer so einfach ist) oder gibst mir diesen einen kleinen Tip, welchen ich noch brauche, um eine meiner Ideen bildlich umzusetzten.
    Dank deiner konstruktiven Kritiken, konnte ich mich immer wieder etwas verbessern. Ich bin dir dankbar dafür, denn es gibt immer wieder Dinge die fallen mir selber nicht auf, stören mich dann aber extrem, wenn ich darauf aufmerksam gamacht werde. Sei dies der schiefe Horizont (daran arbeite ich ganz fest) Helligkeit, Bildeinteilung oder eine zu starke oder zu schwache Bildbearbeitung usw.
    Ja und jetzt kommt so langsam die Freude am Zoom, [mein liebstes Objektiv, vom ersten Augenblick an, ist immer noch mein Macro, also genau das Gegenteil. ;-) ] und am Fotografieren von Menschen. Nicht dass mich das Fotografieren von Menschen nicht interessiert hätte, nein, aber ich habe da so meine Hemmungen. Ich hab dann immer das Gefühl, ich trete zusehr in deren Welt ein, obwohl ich sie gar nicht kenne.
    So war die Fasnachtszeit eine gute Übungszeit für mich um Menschen abzulichten. Da habe ich geschminkte und verkleidete Menschen abgelichtet und hatte nie das Gefühl, ich schaue ihnen direkt in die Seele.
    Aber jetzt genug der Worte.
    Ich werde weiterhin mit viel,viel Freude und meinem dritten Auge durch die Welt gehen, so oft wie nur möglich in Begleitung von diesem einen wunderbaren Menschen an meiner Seite. Werde weiterhin viel Schönes und Neues entdecken und festhalten und wenn ich nicht nur mir, sondern auch Anderen damit Freude bereiten kann, dann macht mich das glücklich.

    Es ist schön mein Schatz, dass es dich gibt und du an meiner Seite bist. Danke für all deine Geduld die du aufbringst, denn einfach ist das nicht immer mit mir und meiner Kamera unterwegs zu sein. ;-)

    Monica

  2. Geschrieben 23. Februar 2010 um 23:00 | Permalink

    Ach, das ist alles nicht so schlimm… (das mit dem Warten) – schliesslich werde ich in dieser Zeit nur grauer und weiser…

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