“Jeder Rappen zählt” ist eine Aktion der Glückskette, zusammen mit dem SF und DRS3, sowie weiteren Partnern. Leider hat man dabei den Tagesanzeiger übergangen – Grund genug, dass man auf der Tagi-Redaktion entschied, einen grottenschlechten gebildeten Journalisten das Sende-Spende-format kritisieren zu lassen.
Also durfte der Journalist (seines Zeichen Verantwortlicher der Kultur bei tagesanzeiger.ch/Newsnetz) auf Kosten der Tagi-abonnenten eine Stunde lang TV schauen. Allerdings war er sich beim Niederschreiben der Kritik nicht einmal mehr sicher, ob er jetzt von 11 – 12 Uhr (Anfangstext) oder von 10 – 11 Uhr (Haupttext) TV schauen durfte. Hauptsache kritisieren.
Natürlich könnte man jetzt noch – als Journalist würde ja Recherche ein bisschen anstehen – über den Inhalt der Spendeaktion berichten, da man aber wahrscheinlich lieber zuhause jede Minute der Voyeursendung “Big Brother” angeschaut hat, muss man eine Spendenaktion sofort mit dem vergleichen, was man kennt. Und logisch, weil ja das Radioprogramm im Fernsehen übertragen wird, hört man nicht, wenn Judith Wernli zum Nick Hartmann etwas sagt, während ein Musikstück läuft. So ein Mist überhaupt! Als “Voyeur” komm ich da voll nicht zum Zuge.
Macht die ganze Spendenaktion noch ein bisschen schlechter…
Nicht genug des “Qualitätsjournalismus” à la Tagi. Jetzt muss natürlich noch ein Vergleich her, der möglichst wenig Sinn macht und so vergleiche ich das, was ich nicht höre (Gespräch der Moderatoren während Musik läuft) – und dem, was ich höre (Musik) mit einem Gehörlosen, der gar nichts hört. Naja, vielleicht opfert sich ein Gehörloser (eine Gehörlose) und erklärt dem Tagi-Journalist einmal den Unterschied, zwischen “ein Radioprogramm hören” und “nichts hören”. Aber vermutlich würde das die Aufnahmefähigkeit des Journalisten bei weitem sprengen.
Bleibt eigentlich nur noch die Frage – haben die in der Tamedia AG niemanden mehr, dem Qualität wichtig ist? Wahrscheinlich niemanden mehr, wäre meine Schlussfolgerung. Aber sicherlich haben die dort eine ganze Heerschar von Menschen, die darüber hirnen, wieso immer weniger Leute den Tagesanzeiger lesen. Ein Grund könnte ein solch schlecht geschriebener Artikel sein.
*UPDATE – Nachdem ich in einem Kommentar zum Artikel auf die zwei sachlichen Fehler hinwies wurde zumindest der zeitliche Aspekt innert 2 Stunden geändert, ohne dass mein Kommentar veröffentlich wurde – auch hat man das “Aktualisierungsdatum” wieder auf gestern zurückgesetzt.
SO funktioniert das beim TAGI


