Randnotizen
Notizen am Rande – ganz zufällig ausgewählt

Archiv für den 28, Dez, 2009

Das Ding mit den Newslettern

28. Dez, 2009

Angefangen hat es, soviel ich mich erinnern mag, vor langer Zeit einmal mit dem Newsletter der Firma Weltbild. Ich fand es halbwegs spannend, so in weiten Abständen einen Newsletter zu erhalten. Als mir dann die Weltbild-Newsletter so um die Ohren flogen, bemühte ich mich einmal nachzufragen, ob es echt nicht möglich wäre, lesefaulen Leuten einen Newsletter alle zwei Wochen, oder schlimmstenfalls alle Wochen zukommen zu lassen – konnten Sie nicht.

Trotz, oder auch ein bisschen wegen meiner Intelligenz, nehme ich gelegentlich an Wettbewerben teil, die nur dazu da sind, eine E-Mailadresse zu erhalten, der man dann Newsletter zusenden kann. Kann man ja auch wieder abbestellen.

Heutzutage tummelt sich in meinem Newsletter-Repertoire noch gerade der SBB-, Swisscom-, Migros- und Coop Newsletter. Neben gelegentlicher Post der Shell-, Maestro- und weiteren Mitglieder Unternehmen.

Bei der Swisscom frage ich mich regelmässig, warum sie den Newsletter gegen Ende des Monats versenden und dann noch den “alten” Monatsname geben – Spitzenreiter ist und bleibt aber der Coop-Newsletter, der regelmässig NACH der Zustellung der Zeitschrift (die ich nicht abonniert habe), eintrudelt. Der spannendste Newsletter kommt aber von der SBB – da kann ich jeweils mit Freuden die Angebote studieren.

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Alles Gute im neuen Jahrzehnt

28. Dez, 2009

… habe ich zwar heute schon im (deutschen) Fernsehen gehört. Die gute Dame von den Nachrichten war damit nur 368 Tage zu früh.

Man rechne:

  • 1 Jahr ist vorbei, wenn das Zweite beginnt.
  • 10 Jahre sind vorbei, wenn das Elfte beginnt.
  • 100 Jahre sind vorbei, wenn das Einhunderteinte beginnt.
  • 1000 Jahre sind vorbei, wenn das Eintausendundeinte beginnt.

So, wie das neue Jahrhundert (und neue Jahrtausend) kürzlich erst am 01.01.2001 begann, beginnt das neue Jahrzehnt am 01.01.2011.

So gesehen sind die Nullerjahre zwar vorbei, aber das Nullerjahrzehnt noch nicht ganz.

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Peter Schneider im TA

28. Dez, 2009

Seines Zeichen PD Dr. Peter Schneider, M.A., geboren 1957, Psychoanalytiker, Satiriker und Kolumnist mit (seit kurzem) eigener Homepage, ist meiner Meinung nach genial und würde ein riesiges Publikum verdienen. Hat er zum Teil auch, sei dies mit den (täglichen) Satirehäppchen auf DRS 3 (z.B. jeweils 08.50 Uhr und dann wiederholend), als Kolumnist im Tagesanzeiger oder (meist nicht mein Stil) in der Sonntagszeitung.

Also, dieser Peter Schneider wird im heutigen Tagi – Tagi kaufen und lesen, um das geht es hier – interviewed. Simone Meier möchte zwar am liebsten nur Antworten auf die Minarett-Initiative, aber Peter Schneider schafft es, die Thematik weiter zu fassen und ganz interessante Gedankensansätze zu liefern. Sein Seitenhieb auf die Medien würde dabei eine viel grössere Beachtung verdienen, als nur im Tagesanzeiger. Kurz gesagt geht es so: “Wenn ich mich in den Medien über ein Thema informiere, von dem ich etwas verstehe, erkenne ich erst, wieviel DIE verkehrt wiedergeben.” Eine ach so wahre Erkenntnis, die aber – nur um da noch einen draufzusetzen – von etwa 70 % der Schweizer Bevölkerung gar nicht nachvollzogen werden kann, da sie nur das konsumieren, was ihnen vorgesetzt wird. Auf jeden Fall ist es schade, dass klare Strukturen im Tagi ein mehrseitiges Interview verhindern.

Aber, wenn man die heutige Papierausgabe des Tages-Anzeigers liest, wird man noch schlauer – z.B. erfährt man, dass man generell als Bundesangesteller am Besten fährt, betreffend den Feiertagen. Grundsätzlich werden den StaatslohnempfängerInnen 11 Feiertage pro Jahr vergütet, egal ob die unter der Woche zu liegen kommen, oder wie nächstes Jahr mehrheitlich Wochenendtage belegen. So schenkt ein Zürcher Spital seinen Angestellten nächstes Jahr 3.5 Feiertage.

Natürlich hat jede Geschichte zwei Seiten, so auch das Porträt der Armut im Tagesanzeiger. Während es ganz unbestritten ist, dass es in der Schweiz Armut gibt, egal ob selbstverschuldet oder unverschuldet; es auch so ist, dass der Spiessrutenlauf durch das Sozialamt einem “grundehrlichen” armen Menschen eher einer andauernden Anklage vorkommt – so bleibt doch die Frage, ob knapp 4’000.– netto bereits Armut bedeutet, oder schlechtes Geldmanagement. Handkehrum wird es mir jedes Mal übel, wenn “Modellrechnungen” ein Haushaltseinkommen von über 150’000.– Franken “errechnen”. Die Geschichte wird auf der Leserbriefseite des Tagis thematisiert oder ist hier (inklusive der Kommentare) nachlesbar. Meine “Erfahrungen” mit der Armut in der Schweiz würden in etwa folgende Rückschlüsse zulassen. Sehr oft ist es nicht das Geld, welches einem nicht mehr schwimmen lässt – es ist die (oft aus Geldmangel) verordnete Ausgrenzung von der Gesellschaft, das konstante “Nichtteilnehmen-Können”, wie auch mangelnde Betreuung. Wobei unter Betreuung nicht ein “Vorkauen” zu verstehen ist – aber ein Mitgehen, ein offenes Ohr, das Motivieren und eventuelle Begleiten bei der Wieder-Integration.

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