Das Re-Design, oder der Re-Launch oder auch einfach die “Sinnlichkeit” (Eigenwerbung TA) scheint ja weitherum auf eine “Na ja, schön… ABER…” – Resonanz gestossen zu sein.
Es scheint tatsächlich, dass der Leser, die Leserin, Versuchskaninchen spielt für ein 50% Design. Nicht im Sinne von 50 % wurde verändert sondern im Sinne von “Jetzt haben wir mal etwas gebastelt – korrigieren können wir im Laufe der Zeit”.
Wenn man sich durch den Dschungel der “Medienkritik” durchackert (und die Leser-Promi-Lob-Briefe im Tagi selbst), findet man praktisch jeden (und noch einige mehr) Punkt, den ich in meinem ersten Artikel angesprochen habe.
Mein (unsicheres) Erinnerungsvermögen beim zweiten Artikel wird glücklicherweise hier bestätigt. Ein Screenshot zeigt deutlich, dass sich mindestens 88 Menschen auf dem Onlineportal des Tages Anzeigers (www.tagesanzeiger.ch) zum neuen Design geäussert haben. Später am selben Tag konnte ich KEINEN Artikel mehr finden, bei dem die Kommentare angehängt waren und gestern spät nachts war noch 1 Artikel verfügbar, den man gerade 3 Mal kommentiert hat. Heute gibt es keine (offensichtliche) Verweise mehr auf den Relaunch auf dem Onlineportal, nachdem noch gestern die von mir dokumentierte “Abstimmung” nochmals zu Ungunsten des Tagis ausgefallen war.
Auch der bereits zuvor veröffentlichte Artikel auf Journalistenschredder, den Sie hier lesen können, erklärt relativ deutlich, wieso man die Champagnerflaschen vielleicht doch noch ein bisschen länger kühl stellt.
Hin und wieder wird in den verschiedensten Meinungen aber auch darauf hingewiesen, dass eine Zeitung nicht wegen dem Design, sondern wegen der journalistischen Leistung gelesen wird. Und genau bei diesem Punkt hat sich der Tages Anzeiger in jüngster Vergangenheit nicht sonderlich etabliert. Wie auch, Stellenabbau, zusammenlegen von Redaktionen, Angebotsverminderung und Wegstreichen von “identitätsbildenden” Artikeln trägt nicht wirklich zu einer Profilierung bei. Als Einäugiger Chef der Blinden zu sein, sollte dem Tagesanzeiger eigentlich nicht genügen. Zumal sich die NZZ (erfolgreicher) bemüht, den intelektuellen Durchschnittsleser ebenfalls anzusprechen.
Update 1: 3.10. Die Chefredaktion ist ja bemüht, dem Tagi-Leser begreifbar zu machen, was, wieso und warum – so auch im heutigen Tagi auf der Leserbriefseite. Zwei (mögliche) Gründe, wieso heute keine Kommentare zum ReDesign im Tagi zu lesen waren:
1. Vielleicht interessiert es kein Schwein und überhaupt, der Inhalt wäre ja wohl wichtiger wie das Design.
2. Der Tagi kippt die auf die Kommentare.
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One Trackback
[...] II: Keine Ahnung, wie man sich das beim Tagi vorstellt, aber Aussitzen ist in solchen Angelegenheiten immer die schlechteste Variante. Ein veraltetes Konzept von Kommunikationsexperten, oder solchen, [...]