So in etwa tönt das Argument, dass die Befürworter der Tangente Zug-Baar momentan in die Waagschale werfen, oder genauer:
Wer gegen die Tangente ist, ist auch gegen alle anderen Strassen. (Plakatwerbung an Zuger Strassen)
So ein Bocksmist – und (das haben die Befürworter wahrscheinlich noch nicht gemerkt) – pauschalisierte Negativaussagen verleiten auch heimliche UnterstützerInnen einer solchen Tangente zu einer eher negativen Haltung.
Überhaupt, im Kanton Zug gibt es bald nur noch 2 Seen, Gewerbegebiet, Wohngebiet und Strassen. Strassen hier, Strassen da und Strassen überall.
Neben den chronisch verstopften Strassen Cham-Zug, Zug-Cham, Baar-Zug, Zug-Baar, Nidfuren-Zug, Zug-Nidfuren und Oberwil-Zug, Zug-Oberwil, sowie Baar-Autobahnende Sihlbrugg und umgekehrt, herrscht ja auch in Zug, Baar und Cham permanente Zähflüssigkeit, sowohl im Privatverkehr, wie auch im ÖV.
Jetzt ist es schon fast egal, wieviele Strassen noch gebaut werden, die “Staupunkte” Zug, Sihlbrugg, Cham und Baar werden bleiben, so wird sich der Stau einfach von weniger Strassen auf nochmehr Strassen verteilen. So erstaunt es auch nicht, dass neben der neuen Nordzufahrt von Zug weitere gewaltige Projekte entweder seit Jahrzehnten geplant, seit Jahrzehnten umstritten oder auch teilweise schon bewilligt sind.
So ist, z.B. nachdem jetzt zumindest das Autobahnkreuz Blegi halbwegs fertig gebaut wurde schon nächstes Jahr das Autobahnkreuz Blegi mitsamt der Strecke Blegi-Rotkreuz wieder mit jahrelangen Bauarbeiten belegt. 6 Spuren soll die Autobahn erhalten, mitsamt zusätzlichen Spuren zwischen der Einfahrt Steinhausen und der Ausfahrt Cham, was dann insgesamt 8 Fahrspuren ergibt.
Mehr oder weniger parallel erschaffen die Strassenbauer dann noch die Umfahrungsstrasse Cham. Dazu ist der Stadttunnel ein Dauerthema sowie eben die Tangente Zug-Baar.
Würde man all diese Projekte begraben und den ÖV im Kanton Zug (inklusive notwendigen Anschaffungen) gratis oder (mein Favorit) mit 1.– Tageskarten anbieten, könnten wir die (geschätzten) nächsten 100 Jahre vom besten ÖV-Angebot der Welt profitieren.
Übrigens, das Hauptübel sind nicht einmal die geplanten neuen Strassen, wenn aber alle zu einem Nadelöhr führen, nützt die beste Tangente, Umfahrung usw. nichts.

