Nachlese

Einen mehr oder weniger alten Artikel im Ktipp vom 3. Juni finde ich erwähnenswert, weil zum Beispiel die Migros dort für alle lesbar zugibt, dass ihre Preispolitik weniger von Marktpreisen abhängt, sondern von einer ausgeklügelten (???) Strategie einer Mischrechnung. So sagte die Migros zur Begründung, wieso ein M-Budget Produkt günstiger sein kann:

keine Aktionen und keine Werbung

konkret heisst das doch für Normalwaren, wie z.B. Fleisch und Getränke usw, welche immer wieder im Sortiment sind für 3für2 oder 50% oder 40% Rabatt, dass die normalpreisigen Artikel diesen Abschlag bereits einkalkuliert haben. Damit zahlen wir für die Mehrheit des Jahres für ein Produkt (viel) zuviel, damit es zu gewissen Zeiten verramscht werden kann. Nachzulesen im Ktipp vom 3.6. auf Seite 16. Fazit: Wenn der Konsument Migros und Coop klug ausspielen würde, würde viel weniger Normalpreisiges verkauft werden, womit die Grossverteiler fast verpflichtet wären, Normalpreisiges günstiger anzubieten. Dies lässt sich unter anderem bei der Migros-Tochter Denner schön erkennen, dort ist vieles gerade um diese Marge (manchmal auch viel mehr) günstiger.

Die Sonntagszeitung von heute bietet auch interessante Erkenntnisse.

Auf der Leserbriefseite foutiert sich ein Eric Baumann, teurer guter Confiseur aus Zürich, dass die in der Vorwoche getesteten Macarons (angeblich hitverdächtige Guetzli) nicht von den Produzenten bewertet wurden, sondern von “Konsumenten”. Aus seinem Leserbrief könnte man ableiten, dass Konsumenten unfähig seinen, ein gutes Produkt zu erkennen. Lieber Eric Baumann, logischerweise entscheidet der Produzent, was er für “richtig” hält. Erstaunlicherweise für Sie dürfte aber sein, dass schlussendlich der Konsument darüber entscheidet (gerade wenn er die Möglichkeit hat, zu vergleichen), was dem Konsumenten schmeckt. Wenn ihre Macarons *chätschig* waren, mag das für Sie zwar ok sein, wenn aber Aussenstehende dies als *chätschig* empfinden, im Vergleich zu anderen und besseren Macarons, müssen Sie dies wohl oder übel akzeptieren. PS: Da ich selbst grossen Einblick in die Lebensmittelbranche habe, weiss ich, dass auch natürliche Produkte schöne Farben und gute Aromen hergeben.

Und zu guter Letzt…
… findet man in der heutigen Sonntagszeitung auch noch den Artikel über den Rohölpreis… wieder einmal. Und man findet die Aussage, dass die $ 70 pro Fass überhöht sind und das Hedge Founds spekulieren und das Megatanker in den Weltmeeren tickende Zeitbomben spekulationsbedingte Rohöllager sind.
Interessiert wohl keinen – sollte aber, da gerade dieser Artikel beweist, dass wir nicht einmal aus der Wirtschaftskrise etwas gelernt haben. 1. Wird munter weiter spekuliert, 2. Verdienen einige (wenige) indem andere weitaus überteuerte Produkte kaufen müssen, 3. Wird mit der Lagerung auf dem offenen Meer auch ein gefährliches Umweltschutzspiel getrieben und 4. Sollten die Firmen falsch spekulieren, sind irgendwo auf dieser Welt ganz schnell wieder ein paar Milliarden futsch – einfach so.

Ehrlich Leute, wenn ihr wirklich zuviel Geld habt, dass ihr einfach loswerden wollt – ich nehme es gerne und ich verspreche, ich lasse mich viel weniger von Spekulationen leiten.

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