…in Deutschland amputiert sich von selbst. Im Gegensatz zur Schweiz und anderen Nationen scheint sich in Deutschland die Politik immer weiter vom Bürger zu entfernen und eine eigene Kultur zu entwickeln.
Während Peer Steinbrück nicht nur beim Rundumschlag gegen Länder federführend ist, die eigene Steuergesetze haben, kommt er mit der staatswirtschaftlich bedenklichen Idee, grundsätzlich dem Steuerzahler zu misstrauen. Sein neustes Votum, Gutverdienern grundsätzlich zu misstrauen, respektive sie willkürlich zu kontrollieren, zeigt, wie verzweifelt die wirtschaftliche Lage in unserem Nachbarland sein muss.
Haben wir es doch gut, wenn wir uns über ein Bankgeheimnis echauffieren, dass einem ehrlichen Bürger nicht wirklich nützt und unehrlichen Sparern höchstens ansatzweise eine gewisse Sicherheit verschafft. (Steuerbetrug ist ja auch bei uns ein “Verbrechen” und kann entsprechend verfolgt werden). Ich denke, neben den meist emotional geführten Diskussionen in unserem Land dürfen wir eines nicht vergessen. In der Schweiz geht der Staat nach wie vor davon aus, dass in seinem Land die Bürger ehrlich sind – diesem Umstand ist es zu “verdanken”, dass es neben den ehrlichen Bürgern immer eine gewisse Anzahl von unehrlichen Menschen gibt, die sich aus dem Gedankengut des Vertrauens einen unrechtmässigen Vorteil erschaffen (wollen). Es täte uns gut, sich nicht über ein “marodes” System zu ärgern, sondern mit gewisser Genugtuung zu sehen, dass Betrügereien und unrechtmässige Bereicherungen früher oder später doch ans Tageslicht kommen – denn die Alternative ist tatsächlich der Generalverdacht. Ist der Staat einmal soweit, Allen und Allem zu misstrauen sind wir schnell an einem Punkt, den wir gerne als Überwachungsstaat anprangern.
Noch sind es in Deutschland die Reichen, die zukünftig unter einen Generalverdacht stehen, Steuern hinterziehen zu wollen. In vielen weiteren Bereichen hat man das Gefühl, dass Deutschland auch den Normalbürger im Visier hat und mit einem Verwaltungsapparat auch dem einfachen Bürger das Leben immer schwerer macht.
In der Schweiz ist es ausgerechnet die SVP, die sich einerseits immer wieder für den Abbau der Staatskontrolle einsetzt, anderseits bei jedem Ereignis neue Grenzen, Richtlinien und Gesetze fordert. In der elementaren Physik haben wir einmal gelernt, dass jede Aktion auch eine Reaktion auslöst, was ja nichts anderes heisst, je mehr Staat in unser Leben eingreift, desto mehr lehnt man sich dagegen auf.
In diesem Sinne sollten wir froh sein, keine Deutschen zu sein, akzeptieren, dass überall, wo der Staat Vertrauen in Bürger und Unternehmen setzt auch eine gewisse Verantwortung des Bürgers oder der Unternehmen gefordert ist. Dies beinhaltet auch gewisse schmerzhafte Erfahrungen, nur daraus lernen wir, schliesslich gibt es noch niemanden und nichts, von dem/demjenigen wir behaupten könnten, unfehlbar zu sein.
Sollten in Zukunft einige weitere Deutsche ihren Wohnsitz in die Schweiz verlegen, sollten wir zwar schauen, dass Sie ihre Schuldigkeit gegenüber Deutschland wahrgenommen haben, anderseits kann man dann dem Peer Steinbrück einen Spiegel vorhalten und mit Recht und Fug sagen, dass General “Misstrauen” noch nie ein guter Boden für eine keimende Saat war. Es dürfte interessant werden, ob dieser Polteri im Herbst bei den Wahlen überhaupt noch ein Wörtchen mitzureden hat.

