Wird Blocher ein Mau(r)erblümchen?

Eigentlich wird die Bundesratswahl von morgen Mittwoch mindestens für einen Menschen (vom jetzigen Standpunkt betrachtet) zu einem politischen und persönlichen Supergau. Christoph von Parteiwunsch-Wiederbundesratskanditat Blocher vereinigt maximal die 63 SVP-Stimmen auf seiner Kandidatur, dies, wenn die SVP zumindest pro forma die Ära Blocher würdevoll begraben möchte. Der zweite Kandidat der SVP, Ueli “Ich-kann-nie-Bundesrat-sein” Maurer ist somit voll auf die 43 FDP Stimmen angewiesen, damit er weiterhin im Spiel bleibt. Luc Recordon vereinigt die 22 Stimmen der Grünen auf sich. Sollte Maurer allerdings von der FDP doch nicht die erhofften Stimmen erhalten, könnte es sein, dass schon im ersten Wahlgang der Maurer vom Fenster ist.

Damit zumindest Maurer im Spiel bleibt, müsste etwa ein Drittel der SVP von Anfang an Maurer seine Unterstützung zugestehen, was dem Übervater der SVP noch einen Stimmenpotential von ca. 40 Stimmen gibt. Ein wahrlich bescheidener Abgang für den selbsternannten Retter der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Schlimmer kann es für den von sich selbst überzeugten Politiker nur noch werden, wenn er seine Kandidatur nach dem ersten Wahlgang nicht zurückzieht, denn spätestens beim dritten Wahlgang muss die SVP voll auf Maurer setzen und dem Partei-Mäzen die komplette Unterstützung entziehen.

Damit aber Blocher nicht doch schon im ersten Wahlgang mit einem möglichen absoluten Mehr gewählt wird, dürfen CVP und SP ihre Wahlzettel nicht leer einwerfen sonst könnte Blocher mit möglichen 64 Stimmen haarscharf  noch kein absolutes Mehr erreichen(63 SVP-Blocher 1 Lega, 42 FDP für Maurer und 22 Grüne = 128 gültige Stimmen.  Da müsste nur 1 FDP-ler Blocher unterstützen und schon wäre er gewählt. – Wäre Christof Mörgeli morgen anwesend, wäre Blocher bereits garantiert gewählt.(dasselbe gilt natürlich auch für Maurer, falls die SVP Blocher bereits im ersten Wahlgang untergehen lässt, dann hätte Maurer beim ersten Wahlgang ein komfortables Resultat von 80 – 100 Stimmen (63 SVP + max 42 FDP, bei einer gültigen Stimmabgabe von maximal 140 Stimmen, Absolutes Mehr = 70 Stimmen.

Natürlich gibt es noch einige Kleinparteien, die, wie immer sie wählen, einfach das Absolute Mehr erhöhen und somit die “Wiederkehr” von Christoph Blocher tendenziell eher ausschliessen.

Um also mit Garantie nicht Christoph Blocher zu wählen (und möglicherweise auch Ueli Maurer), müssten die SP im ersten Wahlgang garantiert den Grünen Kandidaten wählen und die CVP dürfte keinen SVP Kandidaten wählen. (Absolutes Mehr wäre in diesem Fall über 110 Stimmen.)

Das ganze ist also ziemlich eine wacklige Angelegenheit und steht und fällt mit ein paar wenigen Stimmen – dies könnten CVP und SP zusammen ändern, indem sich morgen zumindest noch eine weitere Person aufstellen (lassen). Mit zusammen 98 Stimmen, der Unterstützung der Grünen im zweiten oder dritten Wahlgang und einigen FDP und SVP Stimmen wäre dieser Kandidat klarer und bestimmter gewählt. Alternativ könnte man auch geschlossen den Grünen Recordon wählen, welcher die Wahl dann nicht annimmt, um der SVP eine neue Chance für neue Kandidaten zu geben.

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