Cham feiert sein 1150jähriges Bestehen – wahrscheinlich aus Animositäten wird dabei nur am Rande auf das Schloss St. Andreas hingewiesen, welches der König Ludwig der Deutsche am 16. April 858 seinen Töchtern schenkte und heute noch ein Kleinod im Privatbesitz ist. (die dazugehörende Siedlung wurde gleich mitgeschenkt und wäre allenfalls Cham). In die Feierlichkeiten wird es gar nicht einbezogen.
Anhand der vorliegenden Fakten wäre Cham in diesem Sinne demnach älter – da es ja bereits eine Siedlung war, anderseits erlangte es am 16. April 858 auch nicht eine politische Eigenständigkeit. Allenfalls feiert man 1150 Jahre geschichtliche Erwähnung. Auch auf der Homepage von Cham (www.cham.ch) lässt sich über die Geschichte von Cham nur unwesentlich mehr entlocken. Wiki erwähnt mindestens “Chama” zur Zeit der Helvetier und Römer (anfangs unserer Zeitrechnung) und “kama” zur Zeit der Alemannen. Das historische Lexikon der Schweiz definiert “Chama” (Dorf) 858 als Hof (Länderei) ebenfalls aufgrund der Schenkungsurkunde und weist auf neolithische Spuren (neusteinzeitliche) hin. 1360 erhielt Cham das Stadtrecht.
Cham hat ein Verkehrsproblem – jeden Tag ausser am Sonntag – endlose Lawinen von PKW und LKW zwängen sich durch die Stadt. Der Hauptverkehr ist praktisch hausgemacht und oft regional, die Autobahn, die Cham elegant links liegen lässt ist dank der falschen Phasenprogrammierung der Kreuzung Alpenblick morgens für die Fahrenden Richtung Zug keine Alternative und am Abend ist es zumindest sicherer, sich den Auspuff des Vorausfahrenden ins Gesicht zu blasen, wie den Quadratmeterkampf auf der Autobahn aufzunehmen. Dieses Cham hat nun 2 Tage kein Durchgangsverkehr. Soweit, so gut. Womit auch der öffentliche Verkehr “blockiert” ist. Wieviele ÖV – Bedienstete mit Sprechfunk, Stoppuhr, Tabellen und Meldungen den “Schaden” ausrechnen, lässt sich nur erahnen, wenn man schon mal 2-3 Stunden eine Hauptstrasse (MIT Umleitung) sperren wollte. Daran ist man gewöhnt. Nicht gewöhnen kann ich mich daran, dass zwar überall auf bestehende Informationen verwiesen wird – sich diese Informationen aber weder beim OK, noch bei der ZVB abrufen lassen.
Cham feiert sich selbst – davon zeugen viele orange “Verkehrsverhinderungstafeln” an sämtlichen Einfalls- und Durchgangsstrassen – ob sie allerdings auch stolz sind auf ihre Feier, davon zeugt alleine eine Plastikbanner im Zentrum von Cham und lässt diese Frage offen. Jedes Turnerchränzli wird besser beschildert und gesponsort – auf der offiziellen Sponsoringliste vereinigen sich die Zuger Kantonalbank als Sponsor und Radio Sunshine als Medienpartner – that’s it. Sponsoring und PR bei zum Teil internationaler Firmen ist wohl verpönt.
Nachtrag 1: Auf eine entsprechende Anfrage reagierte die ZVB innert Stunden und hat die entsprechenden Informationen betreffend dem ÖV veröffentlicht.
Nachtrag 2: Für die etwa 400 Meter an gesperrter Hauptstrasse gibt es eine ca. 6 km lange Umfahrungsstrecke, wovon ca. 300m durch eine 30er Zone gehen und auf ca 2 km für Lastwagen und Cars ein Fahrverbot besteht. Mal schauen, wie gut das Verkehrskonzept funktioniert.
Nachtrag 2a: Keine besonderen Vorkommnisse könnte man sagen – was aber mehr einem “lahmen” Verkehrsfluss lag (nicht vorhersehbar). LKWs waren auch auf der für sie gesperrten Strecke unterwegs und die Polizei schaute lieber weg.
Nachtrag 3: Gemäss einigen Exponenten ist das “Achievment” das durchgangsverkehrsfreie Cham – da scheint irgendwie die falsche Zielsetzung als Basis genommen worden zu sein.
Nachtrag 4: Pech war sicherlich der aufziehende Regen, der Sina unter einem doppelten Dach, die Besucher aber im Dauerregen stehen liess. Nur eine vergleichsweise kleine Schuld kann man dem Regen für das missratene “Feuerspektakel” geben. Zwischen Häuserzeilen war das “Bodenspektakel” entweder nicht geplant oder nicht (wirklich) vorhanden. Die auf Hausdächern und von verschiedenen Stationen abgebrannten “Raketen” höchstens punktuell sichtbar. Dass dies so sein würde – war von Anfang an bekannt. Ziel erreicht, wenn man von einem durchgangsverkehrsfreien Cham ausging – NEF, wenn man den “Gästen” etwas Einmaliges bieten wollte.


2 Kommentare
Sehr geehrter Herr Schwerzmann
Ich bin ebenfalls Cham und kann auch einiges bezüglich dieser Umfahrung sagen! Was aber ihre Kommentar hier sind, ist leider für mich nicht nachvollziehbar!
1. Glaub ich nicht, dass Sie sich anmassen können, über irgendetwas ein Kritik zu machen, wen sie die entsprechenden Personen vom Verkehr nicht mal ansatzweise gesprochen haben.
2. Machen sie sich mal gedanken, wie sie das Problem gelöst hätten und machen sie doch mal eine Vorschlag! Beachten Sie aber, dass sie all die Reglementierungen, welche vorgegeben sind, auch einhalten.
Wenn sie sich mal zu diesen Punkten einen Gedanken gemacht haben, würde es mich dann auch interessieren, wie sie diese Probleme gelöst hätten.
Besten Dank Röne
Sehr geehrter René Abt
Glücklicherweise leben wir in einem Land, wo Kritik im Rahmen des Anstandes noch praktisch uneingeschränkt erlaubt ist und man niemanden um Erlaubnis fragen muss. Wenn gewisse Fakten (Wohnquartier, Distanz, Fahrverbot für LKW) durch mich erwähnt wurden, waren diese für jedermann ersichtlich und für einen Chamer sicher auch nachvollziehbar. Ich kenne mich ebenfalls mit geltenden Vorschriften und Anforderungen aus (im Artikel erwähnt), nicht nur im Kanton Zug.
Ansonsten erkläre ich mich aber gerne bereit, mit Ihrem Bruder bei einer nächsten gleichartigen “Übung” einige (nicht erwähnte) Kritik- und Verbesserungspunkte zu bereden.
Daniel
PS: Liest man übrigens den Artikel, darf man feststellen, dass ich zwar die “Umstände” kritisch betrachtete – die verantwortliche Person (auch weil sie mir bekannt ist), weder kritisierte, noch in irgend einer Form angegriffen habe.