
Der 27. September wird mir immer in Erinnerung bleiben. Vor sieben Jahren war ich im Büro am Arbeiten, man hörte, oder meinte vermeintlich zu hören, die alltäglichen Stadtgeräusche. Das herannahen einer Polizeisirene war grundsätzlich auch noch nichts spezielles, führt doch die Strasse ins damalige Spital direkt an der Häuserfront vorbei. Diese Sirene erforderte irgendwie meine Aufmerksamkeit und so sah ich das Polizeifahrzeug vor dem Regierungsgebäude halten, nicht einmal 100 m entfernt. Weitere Sirenen hörend, ergriff mich eine beklemmende Unsicherheit, vorallem, da kein Rauch zu sehen war, ein Brand also ausgeschlossen werden konnte. Wie gebannt war ich dannach Augenzeuge der weiteren Vorkommnisse an diesem denkwürdigen Tag.
Durch einen privaten Kontakt erfuhr ich lange vor anderen, dass es Opfer gegeben hat – und im Geiste ging man die Menschen durch, die man persönlich kannte, vom Sehen her oder einfach aus der Zeitung oder von den Wahlen. Anwesend waren auch Menschen, zu denen ich einen intensiven privaten Kontakt hatte.
Diese Stunden waren etwas vom Quälensten, was ich je durchlebte – einerseits Hoffnung und der Wunsch, alles wäre halb so schlimm, anderseits das was man sah und die Meldungen, welche nichts Gutes zu vermelden hatten.
Ich möchte nicht über die Sinnlosigkeit dieser Tat schreiben – aber ich wünsche mir, dass man diese Menschen nicht vergisst und vielleicht hin und wieder in die Runde schaut, seinen Egoismus ein bisschen zügelt und hin und wieder etwas Zeit und Energie in Freunde, Nachbarn oder die Welt um einen herum investiert.
Dies kann auch sein, dass man sich einfach einmal 5 Minuten Zeit nimmt und deren gedenkt, denen wir hier nicht mehr begegnen.
Nicht erst der 27. September, aber auch dieser Tag hat mir mit unheilvoller Deutlichkeit gezeigt, dass nicht wir über das Leben bestimmen – nicht über das eigene und nicht über das anderer. Aber in der Zeit, in der wir leben, können wir die menschlichen Grundwerte ein bisschen mehr leben, damit wäre allen gedient.

