…habe ich bereits alles bereit gehabt, um einen Artikel zu verfassen über Essen, bei denen der Wirt Reis auf den Teller schaufelte, um dem Begriff “Sättigungs(bei-)lage alle Ehre zu verschaffen, dass Pouletbrüstchen aber mit sowenig Sauce versah, dass einem schon das 5. Reiskorn im Halse steckenblieb.
Des Weiteren wäre eine Zusatzfrage entstanden, was Sie von einem 82.– fränkigen Mittagessen erwarten, dass notabene mehrheitlich 60+ Menschen serviert wird, insbesondere, wenn der Businesslunch nicht einmal die 60.– toppt.
Noch bevor ich in die Tasten hauen konnte, stolperte ich über einen Artikel, welcher in diversen Presseerzeugnissen bereits seinen Niedergang fand – die Animanca-Aktion der Migros. Scheinbar haben die christlichen Freikirchen in der Schweiz ein riesiges Problem mit ein paar Pseudosteinen mit Tiersymbolen, respektive den Attributen, welche den Tieren gegeben wurden – schlau wie ein Fuchs – flink wie ein Hase usw. Kinder könnten scheinbar irreparable Schäden davontragen, wenn sie sich evolutionstechnisch mit solch tierischen Beiwörtern identifizieren könnten. Ich bin mir ja nicht sicher, aber ich frage mich, wie diese Menschen leben (müssen)? Ice-Age mit dem Faultier Sid, Yogibär, Mickey Mouse, der geldgierige Dagobert Duck oder Bambi – ganz zu schweigen von dem bösen Wolf bei Rotkäppchen, den Bremer Stadtmusikanten oder auch Pingu – Kinder wie Erwachsene begegnen diesen Tieren doch und könnten (wenn man darauf aus ist) Schaden nehmen, wenn man sich nur ansatzweise mit einem der Tiere identifizieren könnte. Ich glaube, solche Menschen vergessen schlichtwegs das Elementare, auf welchem unser Leben aufgebaut ist. Eigenverantwortung. Niemand muss in die Migros einkaufen gehen und noch weniger müssen die, die einkaufen, sich auch diese “Steine” geben lassen. Und wenn Kinder dem “Gesellschaftsdruck” erliegen, liegt das meist nicht an den Kindern, sondern am Elternhaus. Auf jeden Fall kenne ich Kinder, die weder diese Steine sammeln, noch an einer der letzten Aktionen teilgenommen haben und trotzdem nicht zu gesellschaftlichen Aussenseitern abgestempelt wurden. Langsam aber sicher müsste man gewissen Bevölkerungsgruppen (nicht nur christlichen Freikirchen) begreifbar machen, dass sie niemand gezwungen hat (als Beispiel) Kinder zu kriegen. Dass es zwar gewisse gesellschaftliche Normen gibt in unserer Welt – aber die Verantwortung, dass aus einem Neugeborenen einmal ein Mitglied der Gesellschaft wird, obliegt einzig und alleine denen, die die Kinder gezeugt haben.
Apropos Mitglied der Gesellschaft – so eines ist auch die zürcherische Natalie Rickli – Nationalrätin und ungewählte Vizepräsidentin der SVP-Fraktion. Die Wortwahl für Menschen, die scheinbar über Internas sprachen – zugleich aber – gemäss ihr – auch nicht der Wahrheit verpflichtet waren, gipfelte darin, dass sie den Informanten als “krank” bezeichnet. Vermutlich hat sie bereits vergessen, dass kurz zuvor “Informanten” beinahe zu Volkshelden emporstilisert wurden. Ebenfalls von ihrer Partei. Immerhin soll ihr (Lebensabschnitts-)Partner Christoph Mörgeli für die demokratisch NICHT gewählte Demokratin eine neuerliche Wahl verlangt haben. Dass bei soviel Demokratie demokratisch Gewählte über soviel Demokratieverständnis stolpern, ist nur logisch. Wer will es dem gewählten Alex Kuprecht verübeln, dass er bei soviel Demokratie vor den Demokraten Angst bekam und auf sein Amt verzichtete. Es scheint, dass gewisse Parteiexponenten auch parteiintern die gleichen Grundsätze anwenden, wie auf nationaler Ebene. Ein demokratischer Entscheid ist nur dann demokratisch (oder von der Mehrheit beschlossen), wenn er auch den eigenen Interessen entspricht – ansonsten ist es kein richtig gefällter Entscheid und wird sofort (trotzig) in Frage gestellt.
Oben habe ich einmal den Begriff “Attribut” verwendet. Eine kleine Meinungsverschiedenheit mit einem lokalen Chefredaktor wurde letzthin geführt, welchem von einem Journalisten ein falscher Beinamen zu einer Person in die Zeitung gesetzt wurde. Aus “Aufgeschlossen” wurde “Ausgeschlossen”, was natürlich sinnentfremdend und für die betroffene Person auch eher negativ zu werten war. Es brauchte einige Überzeugungskraft, bis eine Richtigstellung erfolgte und die Korrektur selbst hatte auch eine gewisse Eigendynamik. Dies wiederum führt zu folgender Erkenntnis (mit einem anderen Namen):
- Der grosse Alexander… = irgendein Alexander, welcher von grossem Wuchs ist. Das Prädikat wird als Attribut (Adjektiv) verwendet.
- Alexander der Grosse… = König von Makedonien und Hegemon. Der Beiname wurde ihm nicht für seine körperliche Grösse verliehen. Das Attribut wird als Agnomen (unverzichtbarer, offizieller Beiname) verwendet.
- Alexander, der Grosse, … = hier wird “der Grosse” wieder zur Verdeutlichung verwendet. Zum Beispiel weil es einen grossen und kleinen Alexander gibt, oder weil Alexander grösser ist, als andere aus einer Gruppe Menschen.
- Alexander I., der Grosse,… = Hier werden zwei Beinamen (Cognomen) verwendet, wobei der zweite Cognomen oder das Agnomen entweder zwischen Kommas kommt, oder zur Verdeutlichung auch zwischen Gedankenstriche eingebunden werden kann: Alexander I. – der Grosse – …
Bevor ich dies alles niederschreiben konnte, klingelte allerdings das Telefon und ich widmete mich ganz anderen Dingen.