Der Vollmond
Vollmonddaten im Jahr 2011 - 2012 am Schluss des Artikels.
Das Wichtigste zuerst, Vollmond ist es, wenn Sonne, Erde, Mond in dieser Reihenfolge sind, aber nicht auf einer Gerade, dann wäre nämlich eine Mondfinsternis. Umgekehrt gibt es eine Sonnenfinsternis, wenn Sonne, Mond und Erde auf einer Gerade liegen.
Der Vollmond vom 18.4.2011, eigene Aufnahme.
Der Mond braucht für eine 360° Umkreisung der Erde exakt 27.32xx Tage, dennoch haben wir erst nach 29.53 Tagen wieder einen Vollmond. Dies kann man sich bildlich so vorstellen: Leermond ist, wenn der Mond zwischen Sonne und Erde steht. Würde die Erde sich nicht um die Sonne drehen, wäre alle 27 Tage wieder Leermond - da sich aber die Erde ebenfalls um die Sonne dreht, braucht der Mond gute 2 Tage länger, bis er wieder exakt zwischen Erde und Sonne steht.
Dies wiederum ergibt 2 Tatsachen. Erstens kann es die Konstellation geben, dass es in einem Monat keinen Vollmond gibt (Im Jahre 1999 war Vollmond am 31. Jan und am 2. März). Dies wird im Jahre 2018 wieder der Fall sein. Weitaus öfters kommt der zweite Fall vor, dass es einen Monat mit 2 Vollmonden gibt. Beim 2. Vollmond im selben Monat spricht man gemeinhin vom "Blue Moon". (Englisch, once in a blue moon = einmal in einer langen Zeit). Ein bisschen exakter war das im Jahr 2007 im Juni der Fall, im 2008 nicht, im 2009 wird es im Dezember und im Jahr 2012 im August so sein. Der "Blue Moon" wurde erstmals 1819 erwähnt, war damals wahrscheinlich der 3. von 4 Vollmonden in einer Jahreszeit und den Namen "Blue Moon" hat er wahrscheinlich erhalten, da der Ascheregen von Vulkanen den Mond tatsächlich "blau" erscheinen lassen.
Eine Frühaltertümliche Berechnungsmethode von Sonnen- und Mondzyklen und Beziehungen war der Metonische Zyklus (Meton, gr. 5. Jh vor Christus). 235 Mondmonate ergaben 19 Jahre (oder 228 Jahresmonate), wobei es "nur" eine Differenz von 0.08679 Tagen ergab, welche alle 219 Jahre einen Korrekturtag erfordern. Dies bedeutet, dass alle 19 Jahre der Mond von der Erde aus gesehen am gleichen Ort am Himmel steht.
Mythen und Fakten rund um den Vollmond
Da die Umlaufzeit des Mondes dieselbe Anzahl an Tagen wie der Menstruationszyklus der Frauen beträgt, galt der Mond, die Mondin, die Grosse Mutter als Herrin über das Blut und mit diesem Blut als Herrin über die Fruchtbarkeit, die Empfängnis, das Werden, sowie das Vergehen.
Der Vollmond - oder die Zeit davor - soll für viele Geburten verantwortlich sein, sagt man. Statistisch kann dies nicht bewiesen werden. Ebenso schauen viele bei einer Operation auf die Mondphase, soll doch das Blut stärker fliessen.
"Menschen benehmen sich in der Vollmondzeit anders", sie "Spüren" den Vollmond. Erhärten lässt sich diese Tatsache nicht, ausser dem Umstand, dass rein durch das Zusammenfallen eines "Zwischenfalls" mit dem Vollmond dem Zwischenfall eine stärkere Gewichtung verliehen wird. Dadurch wiederum entsteht der subjektive Eindruck, dass der Vollmond für mehr Zwischenfälle verantwortlich ist.
"Der Vollmond lässt mich nicht schlafen" - Ein bekanntes Phänomen, welches aber grundsätzlich nichts mit dem Vollmond zu tun hat, sondern vielmehr mit dem Umstand, dass Lichtrezeptoren in unserer Netzhaut die hellere Umgebung wahrnehmen, dadurch wird weniger Melatonin produziert, unser Schlafhormon.
Im Grunde lässt sich vieles auf eine einfache Regel reduzieren: Alles was wachsen, was mehr werden soll, wird bei zunehmendem Mond erledigt, alles was weniger werden oder schnell heilen soll, wird bei abnehmendem Mond eingeplant. Zum Beispiel Haare schneiden oder Kräuter säen.
Schlafwandeln wird oft mit mondsüchtig gleichgesetzt und kommt wohl daher, dass man beim Schlafwandeln auf eine "Lichtquelle" zugeht. Da dies vor nicht allzulanger Zeit eben "nur" der Mond war, lässt ihn für diese These herhalten.
Weitverbreitet ist der Irrtum, dass der Wolf den Mond anheule. Wölfe heulen immer, auch ohne Mond, als synchronisiertes Zeichen für ihren Zusammenhalt. Man hört sie nur besser in klaren Nächten und erinnert sich, weil auch der Mond nur in klaren Nächten besonders gut zu sehen ist.
Der Volksglaube empfiehlt ausserdem: Brüste unter dem Nachtfirmament entblössen (damit sie wachsen), schwarzen Zwirn mit Knötchen in die Erde vergraben (hilft gegen Warzen) und sich mit blankem Hintern in eine Ackerfurche setzen (Hämorrhoiden verschwinden).
Festgestellt wurde vor Jahren am Max-Planck-Institut in Andechs folgendes: Studenten verbrachten mehrere Tage in einem Bunker unter der Erde – ohne Licht, ohne Uhr, ohne Ordnung durch Mahlzeiten oder ähnliches.
Wie von allein stellte sich bei ihnen ein innerer 25-Stunden-Pendel ein. Das ist – Zufall hin, Zufall her – fast auf die Minute genau ein durchschnittlicher Mondtag, der 50 Minuten länger dauert als ein Erdtag. Genau dieser Rhythmus von 24 Stunden und 50 Minuten formt die Gezeiten, die unzweifelhaft der Mond herbeiführt. Innerhalb dieser Spanne gibt es in jeder Region der Erde zweimal Ebbe und zweimal Flut.
Erwiesenermassen aber beeinflusst der Mond das Wasser. Ebbe und Flut entstehen durch die Mondanziehungskraft. Ebenso haben einige Tiere ein untrügliches Gespür für den Vollmond, sei es, dass sie vor dem Vollmond laichen, damit die Jungen mit der Vollmondflut ins Meer zurückfinden, seien es Austern, die sogar in Binnengewässer den Mond spüren.
Die Vollmonde im Jahre 2011 und 2012
Mittwoch, 19. Januar 2011, 22:21 Uhr
Freitag, 18. Februar 2011, 09:36 Uhr
Samstag, 19. März 2011, 19:09 Uhr
Montag, 18. April 2011, 04:42 Uhr
Dienstag, 17. Mai 2011, 13:07 Uhr
Mittwoch, 15. Juni 2011, 22:12 Uhr – Totale Mondfinsternis (sichtbar; 21.00 – 00.30 Uhr)
Freitag, 15. Juli 2011, 08:37 Uhr
Samstag, 13. August 2011, 20:54 Uhr
Montag, 12. September 2011, 11:25 Uhr
Mittwoch, 12. Oktober 2011, 04:06 Uhr
Donnerstag, 10. November 2011, 21:17 Uhr
Samstag, 10. Dezember 2011, 15:35 Uhr – Totale Mondfinsternis (nicht in Mitteleuropa sichtbar 13 – 18 Uhr)
Vollmonddaten für das Jahr 2012
Montag, 9. Januar 2012, 08:30 Uhr
Dienstag, 7. Februar 2012, 22:53 Uhr
Donnerstag, 8. März 2012, 10:39 Uhr
Freitag, 6. April 2012, 21:18 Uhr
Sonntag, 6. Mai 2012, 05:35 Uhr
Montag, 4. Juni 2012, 13:11 Uhr (partielle Mondfinsternis - in Europa und Afrika nicht sichtbar)
Dienstag, 3. Juli 2012, 20:51 Uhr
Donnerstag, 2. August 2012, 05:27 Uhr
Freitag, 31. August 2012, 15:58 Uhr (Blue Moon!)
Sonntag, 30. September 2012, 05:18 Uhr
Montag, 29. Oktober 2012, 20:49 Uhr
Mittwoch, 28. November 2012, 15:46 Uhr
Freitag, 28. Dezember 2012, 11:21 Uhr
PS: Zum Teil unterscheiden sich die Zeitangaben der diversen „Mondkalender“ um 1 - 3 Minuten.
Haben Sie Ergänzungen dazu - Erlebnisse?
Mail an daniel(at)dschwerzmann.ch - Danke.
