Warum gibt es einen Muttertag

In der Schweiz ist der Muttertag seit dem Jahre 1917 bekannt, womit wir auf Kontinentaleuropa eine der ersten Nationen waren, gefolgt von Norwegen, Schweden, Deutschland und Oesterreich in den nachkommenden Jahren.

Nachdem bereits im Mittelalter einige Anstrengungen unternommen wurden einen Muttertag zu etablieren (im 13. Jahrhundert in England) - damals aus kirchlicher Motivation, war es Napoleon, der kurz vor der Schlacht zu Waterloo 1806 einen Muttertag vorschlug - der allerdings in den Schlachtwirren vergessen ging.

Der neuzeitliche Muttertag hat den Ursprung wiederum in Amerika, wo Anna Jarvis 1907 erstmals am 2. Sonntag im Mai ihrer verstorbenen Mutter gedachte. Bereits 1914 wurde dieser Tag landesweit gefeiert. In Deutschland schliesslich wurde der Muttertag durch den Verband Deutscher Blumenladeninhaber etabliert.

Der Muttertag und Pfingsten

Der Muttertag ist eine rein privatwirtschaftliche Festivität. Weder Kirche noch Staat erklären den Muttertag als gesetzlichen Feiertag. In den 40er Jahren beschloss der Detailhandel in Deutschland, dass wenn der Muttertag auf Pfingsten fällt, dass der Muttertag um eine Woche vor verschoben wird - aus dem einfachen Grund, da für Pfingsten vielerorts ganz spezielle Ladenöffnungszeiten (resp. Verbote) bestanden. Die sogenannte Pfingstregel (der Muttertag wird eine Woche vorher gefeiert, wenn Pfingsten auf den 2ten Sonntag im Mai fällt)  wurde letztes Mal in den Jahren 1978 und 1989 angewandt.

Obwohl die "Pfingstregel" auch für das Jahr 2008 gegolten hätte, haben scheinbar relevante Kalenderdruckereien bereits 2 Jahren zuvor das falsche Datum gedruckt - so wurde mit mehr oder weniger sanftem Druck die Pfingstregel für das Jahr 2008 übergangen - anderseits kam es vor, dass in einigen Kalenderwerken noch der 4. Mai 2008 als Muttertag eingetragen war. Für die Schweiz hat Fleurop, zusammen mit dem Floristenverband, Migros, Coop, Marionnaud und Sprüngli sich für den 11. Mai 2008 entschieden.

Muttertag und Kommerz

Vor allem in Amerika sprengt der Kommerz alle Grenzen und wird nur noch von der umsatzstärkeren Weihnachten überflügelt - man schätzt, dass bis zu 140$ pro beschenkter Mutter ausgegeben werden, da nehmen sich die ca. 25 € in Deutschland eher bescheiden aus.

Übrigens fällt der Muttertag erst im Jahre 2035 wieder auf den Pfingstsonntag, ich bezweifle deshalb, dass dann der Muttertag ebenfalls verschoben werden wird.