Die Weine des Valpolicella
Das klar umgrenzte Gebiet des Valpolicella in den lessinischen Hügeln nördlich von Verona und östlich des Gardasees, bringt einige der schönsten Weine hervor. Valpolicella DOC-Weine werden in drei genau abgegrenzten Gebieten angebaut, die alle zwischen der Etsch und den lessinischen Bergen liegen. Es sind dies die Gebiete
Valpolicella Classica umfasst die Täler von Fumane, Marano und Negrar
Valpolicella Valpantena verläuft parallel zum Gebiet Valpolicella Classica und reicht bis vor die Tore von Verona
Valpolicella umfasst die Täler Squaranto, Mezzane, Illasi, Tramigna und Alpone sowie ebenfalls Ortsteile von Verona
Seit Anfangs, Mitte der 80er Jahre wird auch in dieser Region mehr auf Klasse, wie Masse tendiert und die Produzenten verstehen es, einerseits die Qualität der Weine hochzuhalten, wie auch die Nachfrage nach den ausgezeichneten Weine zu schüren. Die EU unterstützt diese Bemühungen mit grosszügigen Subventionen, welche man an den vielen renovierten Kellereien erkennen kann. Man kennt hier vor allem:
Valpolicella (classico), den normalen, gängigen Tischwein, meist im Stahltank gelagert, erste Ernte der Trauben.
Valpolicello (classico) superiore, meist aus besserer Lage, sehr oft wird ein Teil in Holzfässern ausgebaut und mit im Stahltank lagerndem Wein vermischt. Hier werden die Trauben bereits bis zu 40 Tage angetrocknet.
Ripasso, wo der Traubenmost auf dem Trester des Amarone oder Recioto eine zweite Gärung durchmacht, dadurch erhält er einen fruchtigeren Geschmack, ist aber nicht so kräftig wie ein Amarone.
Amarone ist eine Mischung der Rebsorten Corvina, Rondinello und Molinara. Heutzutage achtet man sehr, dass der einzelne Rebstock nicht zuviel Trauben produziert und das die Trauben keine festen Traubenkränze bildet, sondern lockere Dolden, damit die Trauben während Ihrer 2-4 monatigen Trocknung gut durchlüftet werden. Die traditionellen Holzgitter, und Holzkisten machen dabei immer mehr den handlichen Plastikgittern platz. Die besten Amarone sollte man am besten nach einem feinen Essen geniessen.
Recioto della Valpolicella ist ein süsslicher Rotwein, welcher die gleichen Rebsorten wie der Amarone verwendet, die Trauben werden aber mindestens 120 Tage getrocknet. Durch den starken Zuckergehalt der Trauben entsteht ein süsslicher Wein, dessen Gärung mit der Hefe entweder durch den Zuckergehalt oder aber durch Abbruch der Vergärung einen Restzuckergehalt aufweist.
IGT-Weine
IGT steht für "Indicazione Geografica Tipica", steht für regionale Weine, welche normalerweise die Spezifikation für einen DOC nicht erfüllen. Viele Weinbauern stellen hier einen speziellen, ausgezeichneten Wein her, mit eigenem Namen und oft aus einer Traubensorten oder variantenreichen Mischverhältnissen. Beispiel:
Testal, von Azienda Agricola Nicolis e Figli. Die Traubenlese erfolgt in der zweiten Oktober-Hälfte per Hand. Um eine hohe Qualität des Traubengutes zu garantieren, werden nur die der Sonne und der Luft am besten ausgesetzten Trauben zu Beginn der Rebreihen ausgewählt. Da die Trauben vom "Kopf (testa) der Rebreihen entnommen werden, erhielt der Wein den Namen Testal. Die Ernte erfolgt in mehreren Schritten. Erst werden die Äste, an denen die Trauben hängen, abgeschnitten. Auf diese Weise trockenen die Trauben leicht ein und werden nach etwa 14 Tagen geerntet. Nach dem Gärprozess reift der Wein 16 Monate in Eichenfässern, in 500 l fassenden "Tonneaux". Dieser Wein basiert zu 94 % auf der gehaltvollen Veroneser Corvina-Traube.
Passito bianco von Azienda Agricola Marion, ein weisser Süsswein aus ca. 40% Garganega und 60% Trebbiano Trauben. Etwa 4 Monate auf Gittern getrocknet, wird dieser Wein mindestens 2 Jahre in Barriques ausgebaut ohne Filtration.
Die Fässer und Tanks
Barrique: 225 lt, ursprünglich aus Frankreich, dort wird es aus Eichenholz aus "Limousin" und "Allier" hergestellt. Wird für besondere Weine oft nur 1-4 mal verwendet. Heutzutage wird in Italien meist Slovenisches Eichenholz verwendet.
Tonneaux: 500 lt, heutzutage gebräuchliche Fassgrösse. Wird ebenfalls ca. 4 mal verwendet. Bei der Fasslagerung wird darauf geachtet, dass derselbe Jahrgang nicht nur in frischen oder alten Fässern gelagert wird, sondern in verschiedenalterigen Fässern.
Grossfass: von 3'300 - ca. 8,000 lt: Diese Fässer können Jahrzehnte benutzt werden, nur geringe Abgabe von Tanninen. Es gibt Arbeiter, die diese Fässer wieder ausschleifen.
Gärtank: ca 10'000 - 15'000 lt, aus Stahl, dieser Tank ist temperaturkontrolliert und je nach dem wird mittels Rührwerk der Wein mit der Maische vermischt, oder eine Umwälzpumpe saugt den Wein unten ab und sprüht in oben ganz fein über die Maische.
Lagertank: bis zu 30'000 lt, aus Stahl, ebenfalls temperaturkontrolliert. Hier lagert der Wein, bis er entweder in Holzfässer zum Ausbau abgefüllt wird, oder bis zur Flaschenabfüllung.
Anbaumethoden
Drahtanbau: Hier wird die Rebe auf ca. 80 cm hochgezogen und die Triebe auf längsgezogene Drähte hochgebunden, bis auf etwa 2m.
Pergolaanbau: Die Rebe wird auf ca. 2 Meter hochgezogen und die Triebe wachsen über die einseitig quergestellten Balustraden.
Pergolettaanbau: die Rebe wird auf ca 1.50 Meter hochgezogen und die Triebe wachsen links und rechts auf quergestellte, ca 80 cm breite Balustraden

